Und wie holt man nun die Leute ab, die Energiemanagement nicht studiert haben? Die nicht bei einem Energieversorger arbeiten und Interna kennen? Leute, die "sich einen trinken" und dabei mit den Kollegen über die Energiewende fachsimpeln (<-- Ironie)? Ich meine die Energiewende muss auch denen erklärt werden, die simpler gestrickt sind. Die auf ihrem Stromzähler eine Zahl ablesen und einen simplen Zusammenhang zwischen zusätzlichem Stromverbrauch und zusätzlichen Stromerzeugern herstellen.
Ich denke, das ist die Herausforderung in einer immer komplizierter werdenden Welt, den Menschen die mitgenommen werden müssen Dinge zu erklären, die nicht für deren Horizont gemacht ist.
Ich persönlich habe die Energiewende wohl auch noch nicht verstanden, denn ich sehe eine Grundlast, die anfällt, egal welches Wetter irgendwo herrscht. Wenn ich den Strom von A nach B nicht transportieren kann, muss ich ihn direkt bei B erzeugen. Wenn ich das nicht kann, dann riskiere ich irgendwann im Dunkeln zu stehen.
Wenn ich nur für eine Stunde im Jahr ein zusätzliches Kraftwerk brauche, weil es da dunkel UND winstill ist, dann muss ich es das ganze Jahr über vorhalten. Wenn man das durch irgendwelche Speicher überbrücken kann, oder man sagt, "wegen der einen Stunde im Jahr bauen wir kein Kraftwerk - da akzeptieren wir, im dunkeln zu sitzen"... ok, dann ist es halt so. Dann braucht man aber nicht rumflennen, wenn man dann eines Tages tatsächlich im Dunkeln sitzt, die Wirtschaft anhält und Schäden entstehen, die dann mit gewissem Aufwand repariert werden müssen.
Ehrlich gesagt, will ich mich damit auch nicht beschäftigen müssen, ob und wo wir ein Kohle-, Atom-, Biogas-, Solarkraftwerk hinstellen müssen und wie groß das sein muss. Ich bin da tatsächlich so simpel gestrickt, dass für mich entscheidend ist, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Wenn die Regierung mir das Heft zur Selbststeuerung immer weiter aus der Hand nimmt, fordere ich im Gegenzug von der Regierung, dass sie für die Versorgungssicherheit sorgt. Wie sie das macht ist mir Wurscht. Wenn es im Resultat immer sauberer wird, ist das für mich ok. Wenn es drecker wird, nehme ich das auch hin. Ich (persönlich) muss andere Probleme lösen, die ich besser und jemand anderes vielleicht gar nicht lösen kann.