Beiträge von jens__k

    Für mich ist wichtig, ob es denn mit meinen Mitteln (oder überhaupt) funktioniert.

    Wir befinden uns gerade in einer Phase, die an die Zeit der Liberalisierung des Telefonmarkts Ende der 90er erinnert.

    Wer erinnert sich noch an die tausenden Vorwahlnummern, die man nutzen konnte, um günstiger als die bis dahin allein herrschende Telekom zu telefonieren? Ähnlich wie man damals tolle Preise finden konnte für sehr spezielle Verbindungen ("Mit der 01033 als Vorwahl kann ich jeden zweiten Samstag in der Zeit von 04:52 Uhr bis 05:17 Uhr nach Kuala Lumpur 1,3 Pfennig günstiger telefonieren als direkt über die Telekom").

    Heute sind es halt die speziellen Tarife der Ladestromanbieter, die mal mit Abo, mal mit der Mitgliedschaft in dem ein oder anderen Automobilclub bei bestimmten Ladesäulen "günstigen" Strom abgeben.


    Das Problem aktuell ist einfach, dass es viel zu viele Mittelmänner gibt. Vom Energieerzeuger über den Chargepoint Operator (CPO), den e-Mobility Service Provider (e-MSP), ganz zu schweigen von den Payment Service Providern - jeder will an jeder geladenen kWh mitverdienen. Bis hier eine (staatliche?) Regulierung eingreift, wird es den Wildwuchs des Tarif-Dschungels geben, den wir heute haben.


    Man kann ja zu Michael Schmitt stehen wie man will, aber Recht hat er ... warum muss ich für jede Ladesäule eine eigene Ladekarte / App haben, nur um dort einen halbwegs "günstigen" Preis für ein und dasselbe Produkt ("Strom") vorzufinden? Nicht immer ist mein Fahrzeug-Akku dann leer, wenn eine Ladesäule des Anbieters in der Nähe ist, bei dem ich ein Abo abgeschlossen habe. Ich will eigentlich gar nicht drüber nachdenken müssen, wo und wie ich laden kann ... ich will einfach zur nächsten(!) (freien) Ladesäule fahren, aufladen, bezahlen und weiterfahren.


    Der größte Hohn ist ja, dass man z.B. beim EnBW Ladepark am Kamen Karree die Ladesäulen nur mit einer Ladekarte freischalten - den 1 Euro für die Toiletten-Benutzung aber auch mit EC-Karte zahlen kann.


    Ich schätze mal, wenn die E-Mobilität wirklich im Massenmarkt angekommen ist - so in 5-8 Jahren - dann wird das besser werden.

    Bis dahin fahren wir halt alle mit 17 verschiedenen Ladekarten in der Tasche rum und schließen 1monatige Abos für die Säulen ab, die gerade passend an unserer Strecke liegen.

    Für alle, die in Köln eine Ladesäule suchen, kann ich den Heinrichshof empfehlen.


    IMG_2465.jpg


    Zwei Siemens HP-Charger mit je zwei Ladepunkten, sowie noch 2 x 2 AC-Charger.


    IMG_2476.jpg


    IMG_2475.jpg


    Wenn ich die offenen Erdkabel auf der gegenüberliegenden Seite richtig interpretiere, wird hier wohl auch noch aufgerüstet.


    Ladekosten: 0,30 Euro/kWh ad hoc

    Zahlungsmöglichkeiten: EC-Karte, Kreditkarte, Ladekarten diverser Anbieter (dann natürlich zu deren Preisen, EnBW z.B. 0,89 Euro/kWh ohne Abo)


    IMG_2474.png


    Bei meinem Ladevorgang gab es ein kleines technisches Problem bei der Abrechnung, der Betrag wurde zweimal belastet.

    Aber nach einer Mail wurde das vom Zahlungsdienstleister schnell wieder korrigiert.

    Das ist, was ich mir unter "Ladeerlebnis" vorstelle ... nicht die Möglichkeit von Gastronomie und Entertainment in der Nähe ... einfach nur günstig Laden und wieder weg :)

    wenn ich bei zu viel Strom im Netz die privaten PV-Anlagen auf Nulleinspeisung stelle

    Eben das passiert ja nicht.

    Wenn geregelt wird, wird die Anlage (im schlimmsten Fall) komplett runtergefahren -> keine Produktion mehr -> keine Einspeisung -> kein Eigenverbrauch.


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    In Lage/Lippe (OWL) gibt es neuerdings 4 FastCharger von EnBW ...


    In fußläufig erreichbarer Nähe (siehe Google Streetview) befinden sich

    • Nahkauf (Supermarkt), ca. 40 Meter (auf dessen Parkplatz stehen die Dinger)
    • Tankstelle, Straße gegenüber
    • McDonald’s mit einem EWE Go FastCharger (150 KW 2x CCS), ca 50 Meter
    • Lidl (mit 2 AC Ladepunkten), ca. 400 Meter
    • Innenstadt mit diversen Geschäften und Verweilmöglichkeiten, ca. 50 Meter
    • 6 öffentliche AC Ladepunkte auf städtischen Parkplätzen, ca. 200-300 Meter

    Ich glaube, so viele BEVs gibt es hier überhaupt nicht, wie es Ladepunkte gibt …


    IMG_1732.jpg IMG_1734.jpg IMG_1736.jpg IMG_1733.jpg

    Das wird alles nicht unbedingt teurer werden als vorher.

    Das ist wie mit der neuen Grundsteuer ... unter'm Strich wird es wohl mehr oder weniger gleich bleiben, in Einzelfällen kann es aber teurer oder billiger als zuvor werden.


    Beispiel:

    Mein Akku hat insgesamt 77 kWh Kapazität und ich möchte von 10-80% laden. Sind also 70% von 77 kWh = 53,9 kWh mit 2% Ladeverlusten sagen wir mal, es fließen 55 kWh von der Säule zum Auto.

    Lade ich schön konstant mit 99 kW, brauche ich für die 55 kWh 0,56 Stunden, was 34 Minuten entspricht.

    34 Minuten * 0,81 Euro/Minute = 27,54 Euro

    Am nächsten Tag gibt es 2° mehr Außentemperatur, ich freue mich und kann mit 101 kW laden. Für die 55 kWh brauche ich also nur noch 0,54 Stunden, was 33 Minuten entspricht.

    33 Minuten * 1,27 Euro/Minute = 41,91 Euro

    Wohlgemerkt für die selbe Energiemenge und annähernd die selbe Zeit bezahle ich Heute 14,37 Euro mehr als Gestern.

    Dafür gibt es am selben Standort an der Station nebenan dann einen anderen Nutzer, der Gestern 14,37 Euro mehr bezahlt hat als Heute.


    Unter'm Strich hat sich (für Tesla) also nichts geändert und alle werden glücklich sein.


    Ich finde dieses Modell halt maximal intransparent, weil die Preise auf Faktoren basieren, die ich als Kunde nicht beeinflussen kann.