Mit einem Verbrenner würde ich die 700km zu meiner Schwester immer noch in einem Ritt abreiten.
Stundenlanges stures Fahren bin ich vom Job gewohnt, das stresst mich nicht. Aber da stören mich die 2 längeren Ladepausen eher wenig. Weil ich da Zeit habe, nicht sofort wieder zurück muss.
200 km hin und dann nach kurzer Zeit zurück ist tatsächlich ein Szenario, welches einen verzweifeln lassen kann. Vor Ort hat man dann meist keinen Ladepunkt, an dem das Auto wieder für den Rückweg fit gemacht werden kann, so dass irgendwo unterwegs noch Zeit drauf geht zum Nachladen. Und so langsam fahren, dass man das mit 100% im Akku schafft - das wollen nur Wenige.
Ich fahre öfter nach Stuttgart, das sind von mir aus zum Parkhaus mit P&R (Die Stadt tue ich mir nicht mehr an.) 153 km.
Im Winter schafft man (da 130 km davon Autobahn sind) mit voll besetztem Auto nicht einmal da den Hin- und Rückweg, will man sich nicht hinter LKW klemmen, um im Windschatten zu „segeln“. Gleiches Spiel beim Besuch bei Freunden in Esslingen, nur 10km mehr.
Die 15 Minuten Zwangspause müssen in diesem Anwendungsfall echt nicht sein. Nicht auf so kurzen Strecken.
Macht man das öfters, ärgert man sich deutlich mehr als auf der Langstrecke. Da hat man das schon akzeptiert, dass man laden muss.
Im Sommer sieht es besser aus. Aber der exorbitante Anstieg im Winter ist nicht schön.
Und da hilft auch kein „Heizung braucht Energie, Akkuchemie bei Kälte, blablabla“. Das nervt einfach. Das wird auch mit sachlich richtigen Erläuterungen nicht besser.
Erklärt man jemandem dass im Winter nicht mal 300 km Autobahn drin sind, „verleitet“ man ihn nicht zum BEV.
Deswegen wieder einen Verbrenner kaufen? Nein. Bieten uns die Mitfahrer an, stattdessen mit ihrem Verbrenner zu fahren. Im Winter gern. (Obwohl ich am Liebsten vorn links sitze.)