Es kommt halt drauf an, wer es nötig hat, sein Vermögen in Form von Autos nach außen zu zeigen oder nicht. Viele Menschen investieren lieber unauffällig in Immobilien oder in andere nachhaltige Werte.
Da lässt sich trefflich drüber streiten, wie nachhaltig es ist, sein Vermögen in Immobilien anzulegen. Das dient fast immer dem Zweck, sein Vermögen zu mehren. Die Wenigsten kaufen Immobilien, um sie dann energetisch zu sanieren, und auch noch ohne Profit oder wenigstens heftige Steuerersparnis zu vermieten. Und die Bewohner (Mieter) sind dann die Zahlmeister… Ohne Anreize oder Auflagen würde kaum einer Sanieren, was er selbst nicht bewohnt. Nachhaltige Investitionen sind eine Frage des Blickwinkels.
Umgekehrt gibt viele Leute, die ihr Vermögen (oder Teile davon) zur eigenen Freude in ein schönes Auto stecken. Kaum einer nutzt einen Pagani, Königsegg, Bugatti oder McLaren als „daily driver“. Der Umweltschaden hält sich da in sehr engen Grenzen. Das gilt auch für die „profaneren“ Autos wie Ferrari, Lambo, einen GT3 oder auch einen DeLorean. (Wobei der Sympatien weckt, warum eigentlich, ist er doch das eher schlechteste Auto von den genannten.) Diese Leute haben Freude an schönen Dingen. Muss man zum Lachen in den Keller gehen? Das hat nichts damit zu tun, ob es jemand „nötig hat“. Man könnte auch sagen, die erhalten Werte.
Warum soll man es verstecken, wenn man Erfolg oder schlichtweg einfach nur genug Geld hat?
Das ist doch eine individuelle Entscheidung. Um die Nachhaltigkeit solcher Autos braucht man sich keine Gedanken machen. Die meisten der oben genannten Autos wird es noch geben, wenn unsere Enyaqs bereits dem Recycling zum Opfer gefallen sind. (man sieht heute eher einen R129 von 1990 als einen 30 Jahre alten Octavia)
Die „Poser vom Ku‘damm“ (oder woanders) sind da eine andere Geschichte, die haben nichts mit wirklichen Autofreunden zu tun.
Und es ist doch eher eine Neid-Diskussion. Und damit typisch deutsch oder wenigstens deutschsprachig.
In der „bösen USA“ (ich bin absolut kein Amerkia-Fan) freut man sich für den Erfolg Anderer… und kann gönnen.
Genauso berechtigt wäre doch dann die Diskussion: Der kann sich einen Enyaq leisten, Andere nur einen billigen Gebrauchten. Muss er das zeigen?? (nur eben auf einem anderen Preisniveau). Warum fährt der ein BEV, und nicht Fahrrad, Bus oder Bahn, wenn er wirklich nachhaltig sein will? Aber dafür hätte man gleich dutzende Argumente zur Hand. (Wohnort, Arbeitsort, Spaß am BEV…….) Ist der Spaß am neuen BEV anders zu bewerten als der Spaß an einem Pagani?