Niedrige Geschwindigkeiten? Langsame Züge gibt es vielleicht noch bei der Harzquerbahn, oder auf Rügen.
Die „normale Eisenbahn“ ist doch viel schneller unterwegs.
So ein ICE läuft, wenn es Strecke und Fahrplan erlauben, 280 und mehr. Da kommen Rollphasen von vielen Kilometern zusammen, Und der Luftwiderstand ist nicht ohne bei einem Zug. Nicht nur bei diesem Tempo. Güterzüge sind auf den „Rennbahnen“ auch mit 160 unterwegs. Und selbst S-Bahnen erreichen hohe Tempi. 140 sind da auch drin.
Der sehr hohe Luftwiderstand wird da beim Rollen zum großen Teil durch die bewegten Massen kompensiert. Der geringere Rollwiderstand Rad-Schiene tut sein Übriges. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten bringt das Segeln viel, da die Energiemenge zu Halten eines hohen Tempos auch hoch ist. (Sieht man auch beim Enyaq, was der verbraucht, um 40 zu halten, und wieviel er braucht, um 100 zu halten.) Im S-Bahnbereich kann man oftmals so fahren: Einmal beschleunigen, und dann bis zum nächsten Halt rollen lassen, mit wenig Bremsen zum Schluss. Oder Tempo halten, und dann auf den Halt voll runterbremsen. Was ist da effizienter? (Unter Beachtung der Fahrzeit geht es leider nicht immer)
Und beim Auto ist es genau nicht anders, da muss man eben auch auf den Hintermann achten. Wenn man niemanden „ausbremst“, macht das „Sägesegeln“ durchaus Sinn, um Energie zu sparen.
Und noch etwas kommt hinzu: So aerodynamisch effizient wie ein Enyaq kann ein Zug nicht sein (Ausnahme: reine Triebwagenzüge wie ICE z.B.), da die Dinger für beide Fahrtrichtungen funktionieren müssen. Und wenn man sich mal die Verwirbelungen unter einem Zug anschaut…. Und die senkrechte Stirnfläche einer Lok….
Energetisch ist das, was FoG beschreibt durchaus sinnvoll, auch wenn es erstmal unsinnig erscheint. Und zwar beim Auto wie auch beim Zug.
Alltagstauglich: Mit Routine kann man das einbauen in die Fahrt. Solange man damit niemanden zur Weißglut treibt, ist alles gut. Ob das höheren Verschleiss am Auto bringt?? Kann man drüber streiten. Das, was man den Reifen durch Beschleunigung abverlangt, gibt man ihnen durch weniger Bremsen (Verzögern) wieder zurück. Dem E-Motor und den nachgeschalteten mechanischen Komponenten sollte da egal sein. Schließlich heißt Sägesegeln ja nicht: Vollgas, dann rollen bis zum Stillstand und wieder Vollgas…, sondern Tempo aufbauen, rollen, und wieder etwas Tempo zulegen, wieder rollen.
Wenn man dann noch den Reifendruck etwas höher nimmt, dann wird das sehr effizient.
Es erfordert Übung und Erfahrung, kann sogar Spaß machen. (nur eben Mitfahrern und Hinterherfahrenden nicht)