Beiträge von Ulf007

    Ist es wirklich günstig?

    Rechnet man 30'000 Enyaqs. (Der Bestellvorlauf sollte n.m.M. in dem Bereich liegen), und dann 3000€ pro Auto, dann sind das 90 Mio für eine Werbekampagne, die nur denjenigen etwas nutzt, der sein Auto bestellt hat, und nächstes Jahr bekommt. Meinst Du im Ernst, dass es auch nur 5% derjenigen schafft, einen "Fremdkunden" davon zu überzeugen, einen Skoda zu kaufen? Es nutzt doch späteren Käufern nichts, dass diese Kunden die Förderung durch Škoda bekamen.

    Die meisten Förderungsempfänger werden das mitnehmen, und bis zum nächsten Autokauf vergessen haben. Škoda-Stammkunden kann man damit sicher leichter halten. Neukunden gewinnt man dadurch nicht. Und dann rechne das mal auf den VW-Konzern hoch. (Was Škoda macht, wird von den anderen Konzernmarken auch erwartet.)

    Das gab es doch schon einmal mit der Abwrackprämie. Einige Hersteller haben die damals bis zu verdreifacht. VW auch. (Wir haben den Golf meiner Frau 2009 nur deshalb gekauft.). Hat das Kunden überzeugen können, die diese Prämie nicht bekamen? Eher nicht. Eher verschreckt: "Ich bekomme weniger Rabatt, damit dieser Bonus-Wahnsinn finanziert werden kann..." Die Preise für "Nicht-Abwracker" waren damals tatsächlich nach dem Ende der Prämie gesunken.

    Dafür mit schlechterem Fahrwerk, einfacheren Materialien etc.

    Schlechter ist das Fahrwerk aber nur, wenn man deutsche "Rennbahn"-Maßstäbe anlegt. Die "Autobahnfestigkeit" wird in der Klasse in den USA nicht als so essentiell angesehen.


    Und die Kostenersparnis durch günstige Materialien ist eher klein.

    Beim Golf IV hat mal ein Zulieferer aus Versehen "geleckt geleakt", was das Armaturenbrett des Audi TT mehr gekostet hat (ist ja gleiche Autobasis):

    Für das "viel hochwertigere" Cockpit des TT bekam der Lieferant zwischen 30 und 40 DM mehr.

    Bei einer Audi-"Türpappe" ist es genauso. Unterschiede zum Vernachlässigen.

    Also wenn beim US-Passat der Innenraum im Einkauf 300 US-$ weniger kostet, wird das durch das dort "serienmäßige" (wegen meist Vollausstattung) Leder mehr als kompensiert.

    Und auch das ist fraglich. Wieso soll eine Erhöhung der Spannung effizienter sein (abgesehen von evtl. kürzeren "Laufzeiten" der Elektronik)? Die kürzeren Laufzeiten erreicht man aber nur durch mehr Gesamtleistung. Und die muss wieder verarbeitet werden. Durch leistungsfähigere Elektronik.

    Ob das gesamthaft mehr als einen homöopathischen Effekt hat, kann man nur durch Versuchsreihen feststellen.

    Das primäre Ziel der Spannungserhöhung ist aber schnelleres Laden.

    Ob das im MEB noch kommt, im MEB+, oder gar nicht, darauf haben wir eh keinen Einfluss.

    Das obige Zitat aus §186 sagt es doch: Sag die Wahrheit, dann kann Dir niemand was.

    Und wenn man dann der persönlichen Ansicht ist, das ist zu teuer, und dies als eigene Ansicht kennzeichnet: Wer will einem da etwas?


    Schließlich kann das „mitlesende Autohaus“ hier schon genug Meinungen bezüglich „Abzocke“, „Geldschneiderei“, „die spinnen doch“ lesen.

    Solange das Meinungen sind, und niemand sagt, er hätte 600€ gezahlt, obwohl es unter 300 waren (und dann noch „Abzocke“ schreit), ist doch alles gut und im rechtlich sauberen Rahmen.

    Der US-Markt ist auch ganz anders umkämpft, als der hiesige.

    Wenn man sieht, was ein Ungetüm wie der F-150 kostet, oder ein Escalade, ein Suburban, oder ein Ford Flex, da kann Mercedes mit seinem „Kleinwagen“ GLS nicht so hohe Preise wie hier aufrufen. Und da wird dann eben von hier aus mal mehr, mal weniger „quersubventioniert“.

    Eine E-Klasse muss sich eben mit Lexus herumschlagen oder Cadillac-Limousinen.

    Der US-Passat ist auch um Einiges günstiger als der Europäische. Und dabei deutlich üppiger ausgestattet.


    Dann will der US-Kunde nicht ein Jahr oder mehr auf sein konfiguriertes Auto warten, sondern zum „Dealer“ gehen: „Den da. Und zum Mitnehmen.“

    Wenn „Der da“ dann ohne Navi oder ohne Ledersitze dasteht, bleibt „Der da“ stehen, und der Kunde kauft eben nen vollen Ami oder nen Lexus / Acura. Einzig Porsche hat da einen Sonderstatus. Wen nen Porsche will, der kauft keine Corvette.


    Um den Bogen zum Thema zu bekommen: Auch der Enyaq FL dürfte es nicht auf den US-Markt schaffen.

    Ich sehe hier einige Leute unentschlossen zwischen Enyaq-FL und Elroq.... Ich würde Enyaq-FL aus dem einfachen Grund empfehlen, dass es die 2. Generation wird, mit vielen Lektionen gelernt und Komponente Fixes bereits vor allem auf Karosserie und Fahrwerk Ebene. Elroq wird die 1st Gen sein... mit allem, was die erste Generation hat.

    Aber beim Elroq wird die Technik des Enyaq MJ24 kommen, nur schon wieder etwas verbessert.

    Und die Mechanik? Autos bauen können sie. Da hätte ich keinerlei Bedenken.

    Der Karoq z.B. war auch ein komplett anderes Auto als der Yeti. Und ab dem ersten Tag ein gutes Auto.

    Den Teil hab ich ehrlicherweise nicht verstanden. Warum benötigt denn eine 800V Ladeelektronik mehr Ressourcen?

    Einfach weil alles etwas besser isoliert sein muss z.B. Und die „Regler“ sind auch etwas größer. Ist im Modellauto so, und wird skalierbar sein. Das wird nicht doppelt so groß, aber schon größer.