Danke Dir. Ich befürchte nur, das bringt alles nichts. Der VW Konzern hat seine eigene Agenda. Ich glaube die anderen deutschen Hersteller sind wie der VW Konzern im stillen Kämmerlein extrem erfolgreich, allerdings nicht bei SW. Die sind ja auch nicht blöd und wissen, dass sie kaum eine Chance haben gegen die SW eines Teslas. Also machen sie das, was sie schon immer perfekt beherrschten - Lobbying. Sie ziehen höchst erfolgreich im Hintergrund alle Fäden, damit so etwas wie „Supervised FSD“ von Tesla die nächsten 5 Jahre in Europa nicht zugelassen wird. Gleichzeitig wird trollmäßig propagiert, dass deutsche Kunden kein automatisches Fahren wollen, die Qualität bei anderen schlechter sei usw. ein schönes Narrativ für die meisten Verbrennerfahrer.
Du hast Recht, es wird wie vieles von mir nichts bringen hinsichtlich echter Veränderung. Aber ich mag nicht aufgeben, noch nicht.
Alles anzeigenMir gehen dazu viele Gedanken durch den Kopf. Ich bin da hin und her gerissen, zumal ich aus der Softwareentwicklung und richtig großen IT Projekten komme.
Mich würde interessieren, wie das die chinesischen Firmen handhaben, die jetzt in Europa auf den Markt drängen. Bieten die sowas wie eine Lifetime Update Garantie? Gibt es da auch Modelljahre, oder werfen die in kurzen Zyklen sofort komplett neue Modelle auf den Markt?
Wenn Software immer so entwickelt wird, dass sie jahrelang downgrade fähig ist, in wie weit bremst das Innovationen und die Weiterentwicklung zukünftiger Modelle/Modelljahre aus?
Ist das ganze nicht eher ein Hardware- als ein Softwareproblem? Die Hardware wird für ein neues Modell gerade so performant ausgelegt, dass die aktuellste Software darauf flüssig läuft und alle neuen Feature funktionieren. Dann ist das Auto ein Jahr alt, es kommt eine neue Software mit höheren Hardwareanforderungen und die läuft dann nicht mehr auf dem ein Jahr alten Auto.
Müsste es nicht so, sein, dass man Hardware verbaut, die soviel Rechenpower und Arbeitsspeicher hat, dass sie auch mit zukünftigen Softwareversionen zurecht kommt? Wenn ich mir einen PC kaufe, dann nehme ich doch auch sofort den schnelleren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher, damit der PC zukunftsfähig ist und ein paar Jahre und ein paar Windowsversionen hält.
Wahrscheinlich wird hier am verkehrten Ende gespart und die Einkaufsabteilungen pochen auf möglichst niedrige Kosten für Hardware und co.
Man muss sich aber auch damit abfinden, dass die Entwicklung von Hard- und Software bei E-Autos wesentlich schneller verläuft, als man es aus der Verbrennerzeit kennt. Was auch dem Umstand geschuldet ist, dass sich die E-Mobilität noch relativ am Anfang seiner Entwicklung befindet und sich rasend schnell alles verändert.
Wer ein Auto zum Ende eines Produktionszyklus kauft und dann kommt im Jahr darauf ein neues Modell, der kann nicht erwarten, dass sämtliche Innovationen des neuen Modells auf das alte Modell heruntergebrochen werden.
Und die Käufer neuer Modelle, eigentlich sogar neuer Modelljahre, erwarten, dass es bei neuen Modellen/Modelljahren einen möglichst großen Innovationsschub gibt. Ich hätte den Enyaq niemals bestellt, wenn nicht das Modelljahr 24 mit den gravierenden Verbesserungen gekommen wäre, dazu gehört auch die bessere Hard- und Software. Dann hätte ich wieder einen Ioniq 5, das neueste Modelljahr 25, genommen.
Früher waren Modelljahre gar nicht so relevant, da ging es eher um Ausstattung und neue Preislisten. Heute werden Modelljahre von den Herstellern mehr genutzt, um ihre Modelle, zwischen den eigentlichen Produktionszyklen, an die schnelle Entwicklung des Marktes, der Technologien, und den Mitbewerbern anzupassen. Wer echte Innovationen nur alle 7 Jahre bringt, hat heut zu Tage schon verloren, beim Kunden und auf dem Markt.
Was denkt Ihr, wie lange sollte es eine Art Updategarantie geben, sollte es so was jemals geben? 7 Jahre lang, so in etwas dauert ein Produktionszyklus eines Automodells? Wahrscheinlich wird sich das auch zukünftig verkürzen und neue Modelle kommen immer schneller.
Wenn 7 Jahre eher unrealistisch sind, aus diversen Gründen, wo wäre die Linie zu ziehen?
Die Konsequenz, die ich für mich daraus gezogen habe, ist, dass ich Autos nur noch für 2 Jahre lease. Ich habe früher immer meine Autos bar gekauft, der Enyaq ist jetzt das dritte Auto das ich lease.
Ich komme auch von dort, aus der Software, aus der Welt digitaler Produkte. Habe in Start-Ups gearbeitet und in Konzernen. Habe grosse Projekte und später grosse Produkte als PL, PM, PO begleitet. Ich kenne auch die andere Seite als die des Kunden. Und auch denke ich oft, soll ich das schreiben...doch dann besinne ich mich wieder auf das Feedback von Kunden damals. Die Innensicht ist dem Kunden egal.
Ja, das hier ist auch und vorrangig ein Hardware-Problem. Aber es liegt aus meiner Sicht noch tiefer als "nur" bei der Infotainment Hardware. Es ist die falsche Architektur für ein SDV, ein software defined vehicle. Das ist genau der Unterschied zu Tesla oder Rivian. Hier führt die Software als Hersteller, die Hardware folgt als Lieferant. Bei VW ist es umgekehrt, eben traditioneller Autobau. Und das ist genau so kontrovers, denn wenn die SW führt fallen Entscheide wie z.B. Wofür HUD liefern, bald fahren wir autonom...warum Knöpfe einbauen? mach wir in der software wie wir wollen....kamera reicht, rest machen wir, weg mit den Ultraschalldingern usw.
Doch genau das sind die Gründe, warum der eine Tesla und der andere Skoda kauft. Ein Skoda Käufer möchte in erster Linie ein Auto das im traditionellen Autobau glänzt, der Tesla Käufer umgekehrt. Doch mit der Zeit vermischen sich die Bedürfnisse. Die digitale Transformation fordert eine andere Sichtweise, denn es reicht nicht mehr einfach Software ins Auto zu packen. Neu muss man sich über End of Life und End of Support der Software gute Gedanken machen und das beeinflusst Hardware-Entscheidungen. Etwas das VW meiner Meinung nach nicht gelernt hat bisher.
Das Problem liegt auch nicht nur bei Cariad...die können doch gar nicht. Da hat es sicher Leute, die können...aber so lange VW diese betrachtet wie Zulieferer von Wischerblättern oder Schrauben wird das nix. Cariad müsste von Anfang an führen, auch in der Ausprägung der Organisationsstrukturen von VW.
Stichwort Modelljahre: Ein deutliches Beispiel das man immer noch in "Verkauf und fertig" denkt. Prinzipiell ist in den Gedanken das Auto in seinem Modelljahr bereits End of life, so wie früher. Ein SDV würde so nicht gebaut. Hier hält Du sehr lange an der Hardware fest (siehe Tesla) und bringst in wesentlich langsameren Zyklen neue Hardware, dafür aber ständig neue Software. Daher stellt eigentlich MJ24 genau so einen Break dar, nichtsdestotrotz ändern sie alle 6 Monate irgendwas an der Hardware und machen sie das Softwareleben extrem schwer.
Für mich dreht sich die Frage nicht um die Dauer eines Updateversprechens, das kann 0 Jahre oder 10 Jahre sein und somit zu einem Differenzierungsmerkmal werden für die Hersteller. Entscheidend ist, dass sie ein End of Life und ein End of Support klar kommunizieren...und da wäre es sogar okay zu sagen: Du kaufst ein End of Life Produkt in dem Moment wo es vom Hof fährt. Es wäre aber zumindest transparent.