Beiträge von herrnik

    Die Antworten passen halt nicht in das Weltbild einiger Anwesenden.

    Man müsste halt das Saarland Fluten mit Wassermengen, die wir nicht haben unter Verwendung von Strom, den wir nichtmal im Sommer ansatzweise über haben.


    Aber was sind ein bisschen Mathe und Physik gegen grosse Träume

    Diese Aussage zeigt, wie wenig den erneuerbaren Energien eigentlich zugetraut wird.

    Dabei ist es diese Denkweise, die uns doch nicht weiterbringt.

    Einfach zu widerlegen ist die Aussage "Strom, den wir nicht ansatzweise über haben".

    Das ist sogar im Winter möglich, wie am Beispiel 15.01.23 zu sehen ist.


    Einfach selber nachschauen:

    Energy-Charts

    Dabei haben die erneuerbaren Energien immerhin 96% der Last eines Tages abgedeckt.


    Bei 50% Anteil der erneuerbaren (Tendenz steigend) ist es übrigens immer häufiger so, dass wir zeitweise Stromüberschüsse im Netz haben.

    Aber was sind ein bisschen Mathe und Physik gegen die Macht der Mythen.

    Die vorhandenen Pumpspeicherwerke schaffen 8-9gwh für ca 6h. Das entspricht dem Gesamtbedarf von D für 1h.


    Da reicht, um ca 0,05% der Residuallast (Unterdeckung) seit Ende September einzuspeichern.


    Kann man als Lösung ansehen. Es werden ja auch Teelichter im Blumentopf als notheizungen verkauft. Gleiches Niveau.

    Jetzt mal Butter bei die Fische:

    - Wenn es sich tatsächlich um so marginale Energiemengen handeln würde bei Pumpspeichern, dann vergleichen wir das doch mal mit drei Kernkraftwerken im November 2022 (da liefen drei Meiler noch):

    • Pumpspeicher: 640 GWh
    • Kernkraft: 2700 GWh

    Das sind immerhin fast 25% der Energiemenge der drei Kernkraftwerke.

    Nach der Rechung von @jabbab deckte damit Kernenergie nur 0,2% der Residuallast. Wo sind die Quellen dazu?


    Energy-charts hat übrigens eine schöne interaktive Grafik, wo man den Verlauf der Energieerzeugungsleistung und Last sehr schön verfolgen kann.

    Pumpspeicher deckten demnach am 9.11.22 (17:45 Uhr) mit 3,5 GW fast 10% der Residuallast, Kernenergie 12%.
    Sicher ist das eine Momentaufnahme, 12h später hat sich das Verhältnis umgekehrt, da haben die Pumpspeicher 4 GW verbraucht.

    Aber genau das ist doch der Sinn und Zweck der Pumpspeicher, um kurzfristige Änderungen bei Last und Erzeugung auszugleichen. Und dabei waren es noch nicht die maximal möglichen 9 GW Leistung, die insgesamt bei Pumpspeichern in Deutschland zur Verfügung stehen würden.

    Die Ausbaufähigkeit der Pumpspeicher im europäischen Ausland wäre vorhanden, um hier auch noch nachzulegen.

    Könnte man als Teil der Lösung ansehen, wenn man wollte.

    ein Satz aus dem von dir angeführten Thema bei Wikipedia...


    Am 1. Juli 2022 ging das PSK Nant de Drance in Betrieb, das eine Leistung von 900 MW aufweist und 2,2 Mrd. Franken gekostet hat. Laut NZZ ist ein wirtschaftlicher Betrieb aufgrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen nicht gesichert.[27]

    Genau das ist das Argument, das ich versucht habe anzubringen:

    Ein Pumpspeicherkraftwerk / großer Batteriespeicher wird erst dann gegenüber einem Kohlekraftwerk konkurrenzfähig, wenn es ein ausreichendes Überangebot an erneuerbarem günstigen Strom an vielen Tagen des Jahres gibt. Denn es muss ja den Spread (die Preisdifferenz) zwischen günstigem Strom und teurem Strom an der Strombörse nutzen, um seine Speicher zu füllen oder zu leeren. Und dieser Spread wird umso größer, je höher das Angebot an erneuerbarem Strom.
    ODER: Wir erhöhen alternativ die Kosten für CO2-Zertifikate, was natürlich den Kohlestrom verteuert. Da wären wir dann wieder beim Thema steigende Stromkosten, aber wiederum nicht durch erneuerbare Stromerzeuger verursacht sondern durch bisher nicht ausreichend berücksichtigte CO2-Folgekosten.

    Dann war meine Aussage oben wohl nicht klar formuliert: Pumpspeicherwerke sind für Dunkelflauten völlig irrelevant. Ein Ausbau in relevante Dimensionen ist undenkbar.

    Da ist sie mal wieder, die unbelegte Behauptung. "völlig irrelevant" und "Ausbau undenkbar".
    Wo bleiben die Zahlen Daten Fakten dazu?


    Wie wäre es hiermit:
    - Pumpspeicher gibt es bereits, sie leisten einen Beitrag zum Ausgleich der täglichen Lastschwankungen (DE: max. 9,4 GW Leistung)

    - für eine Anwendung der Pumpspeicherkraftwerke über mehrere Tage hinweg (Dunkelflaute) fehlte bisher der ökonomische Anwendungsfall (dies wird ab einer Schwelle von 60-80% Erneuerbaren interessant)

    - in Schweden und Norwegen wären mögliche Speicheroptionen für Ausbau (> 3 TWh)

    - allein die Speicher Österreichs haben bereits heute eine Speicherkapazität von 3 TWh

    Zitat: Daher wird in Zukunft, neben der lokalen Batteriespeicherung bei kleinen Hausanlagen, mit einer steigenden Bedeutung von Speicherkraftwerken, darunter auch Pumpspeicherkraftwerken gerechnet.


    Ohne den Markus in Schutz nehmen zu wollen, der bei vielem nen gehörigen Arschtritt braucht um sich zu bewegen (das geht durchaus schlimmer, man muss sich nur die FDP und manch SPDler anschauen), da sind sehr viele Bürger auch dran Schuld, die Leitung haben wollen, aber nicht vor der Haustür...ala Wasch mich aber mach mich nicht nass. So läuft das aber nun mal nicht.


    Ja, auch das stimmt, aber auch hier muss ich sagen, was hindert uns daran an diese Stellen Hydrolysen aufzustellen, die Wasserstoff herstellen. Erstens müssen wir ihn dann nicht importieren (was ich eh für absoluten Blödsinn halte), zweitens braucht die Industrie eh in Zukunft haufenweise Wasserstoff und drittens kann man Wasserstoff auch als Stromerzeuger wieder nutzen, wenns gar nichts anderes mehr da ist.


    Ich stelle einfach immer wieder fest, dass wir Deutschen, ach die ganze Welt, sehr gut darin ist, ein Problem in Dimensionen hochzustilisieren, statt es einfach mit einfachen Möglichkeiten zu beheben.

    Die bayerische Landesregierung, die ja das Vorzeigeprojekt zur Wasserstoff-Elektrolyse in Wunsiedel mit öffentlichen Mitteln unterstützt hat, steht jetzt vor einem Problem:

    Die Strompreisbremse macht dem privatwirtschaftlich organisierten Projekt zur Erzeugung grünen Wasserstoffs nun einen Strich durch die Rechnung:

    Strompreisbremse: Bayerns größte Elektrolyseanlage vor dem Aus
    Im September wurde in Wunsiedel Bayerns bisher größte Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff eingeweiht. Nun könnte ausgerechnet die…
    www.br.de

    Der grüne Wasserstoff wäre eigentlich dringend nötig. Dass jetzt rechtliche und betriebswirtschaftliche Gründe das ganze Projekt in Frage stellen wirkt wir Ironie.

    Residuallast im Januar:

    Der Monat Januar hat bisher eine geringe Residuallast gezeigt, 4x war sie bereits negativ.


    Energy-Charts


    Bildschirmfoto 2023-01-16 um 21.28.00.png



    Ja, das ist auch wieder cherrypicking, ich weiß. Aber zum Gesamtbild gehört eben auch: Die Erneuerbaren leisten einen immer größeren Beitrag zur Abdeckung der Last. Unflexible Kraftwerkstypen werden ausgemustert.

    Und in Zukunft werden wir immer häufiger den Fall haben, dass die Residuallast negativ wird.

    Also ich lebe in D, da sind das keine 1-2 Wochen sondern eher 2-3 Monate im Jahr.


    Nov-Dez 22:

    pasted-from-clipboard.png

    @jabbab  goofy1966

    Weil es so gut zum Thema Residuallast passt:

    Am 15.01.23 war die Residuallast negativ (-3,6 GW), da der Anteil der Erneuerbaren an der Last einen neuen Rekord erreichte.


    Quelle:

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    goofy1966 sorry, hatte mich im Eifer des Gefechts etwas vergaloppiert.
    Als Steuerung der StromERZEUGUNG kommt Demand-Side-Management natürlich nicht in Betracht.

    Für die Stromerzeugung hilft aber dennoch der Powert-to-Gas Ansatz, indem nachher das erzeugte Gas wieder verstromt werden kann.


    Fakt ist: Die Nachfrage muss zu jeder Zeit durch entsprechende Stromerzeugung gedeckt werden.

    Und da Wind und Sonne sehr gut vorhersehbar sind, kann entsprechend die Nachfrage in einem gewissen Rahmen gesteuert werden. Je größer dieser Rahmen, desto geringer ist die verbleibende Residuallast, und wir benötigen weniger fossile Brennstoffe.

    An wie vielen guten Tagen wären wir mit einer Verdopplung der EE ausgekommen?

    Wie viel zusätzliche Kapazität bräuchte man, um die Unterdeckung der schlechten Tage wieder aufzuholen?

    Wie speichert man den Strom für die schlechten Tage?

    Wie speichert man den Strom, um wenigstens den Tagesverlauf von Erzeugung und Nachfrage in Einklang zu bringen? Also jenseits der individuellen PV Batterie im Keller?

    Hier ein schönes Erklärvideo, das einige dieser Fragen beantwortet:


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    Fazit:

    Es liegt mangelt nicht an technischen Lösungen, es ist der politische Wille, der bisher gefehlt hat.

    Die "Residuallast" für Dezember: Grün Biogas, hellblau Wasser, blaugrau konventionell.

    pasted-from-clipboard.png


    Ich sehe da nicht, wie diese Lücke realistisch gestopft werden kann.

    Das ginge (über den dummen Laiendaumen gepeilt) indem wir EEs mindestens vervierfachen und zumindest Speicherkapazität für eine Woche hätten. Völlig utopisch und nicht bezahlbar.

    @jabbab : Die Lücke ist kleiner als gedacht.

    Wenn man es realistisch betracht sind wir doch in Deutschland schon halb am Ziel.

    2022: 50% Erneuerbare im Stromsektor.

    Dabei kein einziger Tag UNTER 20%.

    Sogar im Dezember, als es länger als eine Woche wenig PV/Wind gab, waren es immer über 20%.


    Energy-Charts


    mausschubser , Tuxracer:

    Dass in Zukunft der Stromverbrauch durch Elektroautos immens ansteigen würde, ist ebenfalls ein Märchen der Fossillobby.


    Allein die graue Energie, die zur Herstellung der Treibstoffe und Betriebsstoffe eines Verbrennungsmotors benötigt werden genügt, um den geringen Mehrbedarf an elektrische Energie zum Laden der Elektroautos zum Großteil zu decken.

    Quellen:

    So viel Strom brauchen Autos mit Verbrennungsmotor
    Der Strombedarf für Elektroautos wird überschätzt. Denn mit dem Ende des Verbrennungsmotors sparen wir auch eine Menge Strom ein. Ein Gedankenexperiment.
    edison.media

    Unfassbar: 42 kWh Energieaufwand für sechs Liter Diesel? - e-engine - Alles rund um E-Mobilität
    Bereits der Energieaufwand für 6 Liter Diesel, also etwa 100 km mit einem Mittelklasseverbrenner, entspricht fast einer Stromerreichweite von 300 km.
    e-engine.de