ich hatte vorher eine Behauptung aufgestellt, zu der ich jetzt, nach etwas Suchen, ein konkretes Beispiel liefern will:
1. Gibt es durchaus Fälle, wo im selben Test ein Reifen mit besserem Energielabel beim Rollwiderstand schlechter abgeschnitten hat, als ein schlechter belabelter Reifen und
2. sind die realen Rollwiderstände beim Test einer Reifengattung (also z.B. nur Winterreifen) z.Teil sehr unterschiedlich.
Es geht für mein Beispiel um einen Ganzjahresreifentest für SUV-Reifen der Allrad-Bild 12/2019.
SUV-Reifen-Tests sind in sofern für den Enyaq nicht schlecht, weil der Enyaq letztendlich eine SUV-Reifengröße fährt und SUV-Reifen sich bei einigen Herstellern durchaus etwas von deren üblichen Pkw-Reifen unterscheiden.
Die genau passende Dimension ist es zwar nicht, aber die geteste Dimension (235/65-17) hat immerhin ca den gleichen Reifendurchmesser ( ca 74cm) und die gleiche Reifenbreite, wie beim Enyaq üblich.
Letztendlich geht es dabei auch nicht um absolute Vergleichbarkeit zu Enyaq-Reifen (wobei es ja auch beim Enyaq nicht "die" Reifendimension gibt), sondern um auf zu zeigen, dass der gemessen Rollwiderstand deutlich von dem abweichen kann, was irgendwelche Label versprechen.
Zusammenfassungg zu den wichtigsten Punkten bezüglich des Rollwiderstandes:
Im Test waren 10 GJ-Reifen, ein (wie üblich) nicht näher bezeichneter Winterreifen und ein Sommerreifen.
Der Rollwiderstand, der in der physialisch nicht korrekten Einheit kg/Tonne angegeben wurde, ging von 6,17 bis 8,52kg/T.
auf die absoluten Werte und eine Umrechnung in Newton will ich dabei bewusst verzichten, denn es geht nur um die Unterschiede.
Die besten Rollwiderstandswerte hatten 4 Ganzjahresreifen,
dann kam der Sommerreifen,
dann kamen wieder 4 Ganzjahresreifen,
dann der Winterreifen und das Schlusslicht bildeten 2 Ganzjahresreifen.
Es kann also beim realen Rollwiderstand kunterbunt, auch bei unterschiedlichen Reifentypen gemischt sein.
Die hier im Thread gezeigten Kurven mit zwei unterschiedlichen Reifengattungen, würden bei Verwendung der im Test genannten Werte, völlig unterschiedliche Verläufe nehmen können.
Ein Beispiel zu den Energielabels:
Der Pirelli Scorpion Verde Allseason hat das Energielabel C mit dem vorletzten Platz und 8,46kg/T
Nur der Toyo Celsius ist mit 8,52kg/T (also um gerade mal 0,06kg/T) schlechter, hat dafür aber immerhin auch das Label E......
Der Nankang Cross Seasons AW 6 SUV hat ebenfalls das Label C, befindet sich beim Rollwiderstand mit 6,92kg/T aber auf dem Rollwiderstandsplatz 3 und daher 2 Plätze vor dem Sommerreifen.
Der Bridegestone Weathercontrol A005 hat das Energielabel B und ist beim Rollwiderstand gerade 0,01kg/T besser als der Nankang.
Ohne exakt weiter in Einzelheiten zu gehen (die bei anderen Test ja durchaus anders aussehen können), kann man daher wohl sagen, dass man sich auf Energielabels in der Realität nicht unbedingt verlassen kann.
Dazu kommt, was ja auch schon angesprochen wurde:
Alle 3 bezüglich des benötigten Felgendurchmessers unterschiedlichen, serienmässigen Räder des Enyaq sollen, unabhängig von der Bereifung, zu unterschiedlichen Fahrwiderständen führen.
Die 19-Zoll-Räder sollen nach meinem Wissen angeblich den geringsten Fahrwiderstand verursachen.
Wenn diese Erkenntnis zu der Erkenntnis, dass man anhand der Energie-Label nicht unbedingt merkliche Unterschiede beim Rollwiderstand ableiten kann, wie es hier im Thread in den angenommenen Grundaten der Fall ist (5,9 zu 8,4 ist ein erheblicher Unterschied....der Unterschied ist ziemlich genau so groß, wie der vom 1. Platz des GJR-Tests zum letzten Platz), kann man sich eine allgemeine Betrachtung der Räder/Reifen sparen, denn im individuellen Fall wäre es ein sehr großer Zufall, wenn die Annahmen stimmen sollten.
Fazit:
Der Sommer-Winter-Unterschied beim Fahrwiderstand durch die verwendeten Räder, hängt direkt mit der Wahl der konkreten Räder zusammen. da kommt es exakt drauf an, welchen Reifen und welche Felgengröße man genau gewählt hat.
Eine allgemeine Einteilung mit den angenommenen deutlichen Rollwiderstands Unterschieden zwischen WR und SR, dazu noch ohne Beachtung der Felgendurchmesser, kann daher nicht zielführend sein.
Das einzige, was man beim Sommer-Winter-Unterschied bezüglich des Fahrwiderstandes nicht individuell beeinflussen kann, ist der erhöhte Luftwiderstand bei kälterer Luft.
Alles andere hängt von der individuellen Wahl der Räder, des Luftdrucks und, im Winter real nicht ungewöhnlich, der Frage wie und ob klimatisiert wird, ab.