Beiträge von enopol

    Zählt für die entnommene Energie für dich dann nur die reine elektrische Energie? 🤔

    Beim Entladen erwärmt sich die Batterie ja auch (überschlägig Entladestrom² x Innenwiderstand) und man könnte diese Wärmeenergie über eine geeignete Anordnung aus Kühlschläuchen und Wärmetauscher nutzbar machen. Demnach müsste diese Wärmeenergie bei der Betrachtung der abgegebenen Energiemenge mit berücksichtigt werden. 🤓

    Es zählt nicht nur für mich die entnommene, elektrische Energie....ist bei der Beurteilung von Batterien eigentlich immer so.

    Das was man von Batterien haben möchte, ist normalerweise elektrische Energie.

    Ansonsten hätte jede Batterie einen Ladewirkungsgrad von rund 100%....


    Man könnte dann auch noch die Abwärme des AC-DC-Laders, die der Installation und die Abwärme der Leistungselektronik plus Drehstrommotor addieren. Insgesamt landet man dann wieder so ca bei 100%.


    Beim Verbrenner-Pkw betrachtet man auch nur die mechanische Energie/Leistung, wenn es um die Betrachtung von dessen Wirkungsgrad (ca 30%) geht. Die größere Leistung, bedingt durch Erwärmung, wird nicht beachtet.

    Genau hier wird es dann schwierig...was nehmen wir denn jetzt als SoH? Das was beim laden reingepasst hast? Oder das was beim fahren rausgeflossen ist?

    Denn die Werte müssen und sind (fast immer) nicht gleich sein.


    Skoda setzt auf ein Verfahren beim Laden wenn man den Test dort macht...sprich sie ermitteln den SoH über Laden.

    Aviloo setzt auf das Umgekehrte und berechnet ihn durch Entladung.

    Eigentlich wäre es nicht schwierig, wenn man für die neue Batterie 82kWh als 100% SOH ansetzt, so wie es sich durch die Daten des Zellenherstellers ergibt.

    Das ist nur vermutlich im eingebauten Zustand nicht ohne weiteres möglich.


    Die Summe aller Zellen der 82kWh-Batterie müsste mit 82kWh entladen werden können, wenn sie 100% SOH gem. Zellenhersteller haben soll.

    Für die Zelle LG Chem LGX 78, die sich zumindest mal in den MEB-Akkus befunden haben soll, gibt der Hersteller einen Energieinhalt von 284,7Wh an.

    Zusätzlich werden die Nennspannung, 3,65V, und die Kapazität, 78Ah, angegeben.


    Nennspannung x Kapazität ergeben, wie bei allen anderen Batterien auch, die Enegrie: 3,65V x 78Ah = 284,7Wh.

    Diese Energie muss entnommen werden können.

    Was geladen werden muss, interessiert bei derartigen (SOH-)Tests nicht.


    Der SOH wird immer ausgehend vom voll geladenen Zustand bestimmt, also 100% SOC und die Messung endet bei 0% SOC. Zwischenwerte sind dafür nicht notwendig und von daher sind leicht unterschiedliche Ladezustandszwischenwerte, die sich durch Betrachtung von Kapazität oder Energie ergeben würden, in diesem Fall uninteressant.


    Die Vollladebedingungen und die Entladebedingungen für SOH-Tests, die ein zu halten sind, gibt der Zellenhersteller an.


    Im 82kWh-Akku befinden sich 288 der o.a. Zellen und daher kommt man halt auf 288 x 284,7Wh = 81993,6Wh

    = rund 82kWh


    Diese Energie müsste eine solche Batterie nach Vollladung bei 100% SOH abgeben können. Geladen werden müsste dafür mehr Energie.


    Auf diese Weise wird das eigentlich bei allen anderen Batterien, die es so gibt, berechnet (Smartphone, Laptop, Starterbatterie, LiFe-Batterie)


    Nur z.b. bei den E-Autos nicht (gibt wahrscheinlich noch mehr Beispiele bei Antriebssystemen).....dort wird ein verringerter Wert für den maximal möglichen Energieinhalt angegeben (77kWh), weil man halt Puffer vorhalten möchte, um die Batterie zu schonen.

    Mit den eigentlichen Batteriewerten (82kWh bei 100% SOH) hat dieser Wert nichts zu tun. Der ist willkürlich gewählt/fest gelegt.

    Gründe dafür sind sehr wahrscheinlich:

    1. größere Schädigung der Zellen bei einem vollständigen SOH-Test

    2. wesentlich einfachere Überprüfung, da der normale Nutzungsrahmen der Batterie nicht verlassen werden muss.


    Der Hersteller spricht von nutzbarer (Netto-)Energie. Diese Energie muss daher bei diesem individuell festgelegten max. Energiewert abgegeben (und nicht geladen) werden können.

    Bei Tests von VW wird das meines Wissens, halt mit 77kWh als Grundlage, gemacht.


    Aviloo hat dagegen irgendwelche Energiewerte, die mal gemessen wurden, in dem Fall 72kWh, als Basis für die SOH-Bestimmung genommen und das führt teilweise zu fantastischen SOH-Werten.

    Gestern das Hochzeits- , Geburtstags-, Weihnachtsgeschenk etc für meine Holde aus der Steiermark abgeholt
    Verbrauch für ca 490 km rund 25 kWh, 1x bei der Abholung mit 11 kW von 15% auf 60% geladen, danach nochmals bei einem Schnelllader im Wechselgebiet von 21% auf 70% in 24 min geladen (Peak war 147 kW).
    Das Ding da hinten hatte sich ganz schön angehängt :D Ich dachte mir bei einer Schnittgeschwindigkeit von 65 km/h sollte es sich mit der Zwischenladung beim Abholen ausgehen. Das 11. Gebot: du sollst dich nicht täuschen hat wieder zugeschlagen :/ . Leider keine Fotos vom Verbrauch


    mit Vespaanhänger.jpgmit Vespaanhänger2.jpg

    eigentlich bräuchtest du bei 25kWh Verbrauch für 490km doch gar keine Zwischenladung...

    Und über die gesamte kumulierte Ladung ist dann das zu sehen, was tatsächlich in der Batterie ankommt. Die Differenz zur oben genannten Energie landet als Wärme in der Batterie und schließlich in der Umwelt.

    Das verstehe ich nicht ganz:

    man kann über die OBD-Diagnose auslesen, was allein (ohne die Verluste durch AC-Lader und zusätzliche Komponenten) in die Batterie geladen wird. (=ankommt)

    Das was der Batterie später entnommen werden kann, weil z.b. ein Teil der "angekommenen" Energie in Wärme umgewandelt wird, kann man zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wissen.

    Zu kWh, Kapazität, SOH usw.

    "Eigentlich" müssten sich SOH und SOC auf die reinen Batteriewerte, also die Summe der Zellen, beziehen und dann wären 100% SOH rund 82kWh bei der großen Batterie. Da der Zellenhersteller m.E. nicht nur die Kapazität (in Ah) angibt, sondern auch die Energie (in Wh), ist es m.E. zudem völlig, sich bei SOH und SOC auf die Energie zu beziehen.

    Der Fz-Hersteller macht das ja letztendlich auch.


    Die 77kWh-netto sind bereits ein künstlich eingeschränkter Wert, der für die Beurteilung der Batterie selbst "eigentlich" nicht heran gezogen werden kann. Der Zustand einer Batterie/Zelle wird normalerweise immer anhand der Werte bestimmt, die der Zellenhersteller nennt.

    Die 77kWh beinhalten zudem noch einen weiteren Puffer, so dass die ganze Geschichte recht unübersichtlich ist.


    Der Fz-Hersteller bestimmt durch seine Batteriegarantie wie es laufen soll.

    Eine Garantie ist freiwillig und daher kann der Fz-Hersteller die Bedingungen bestimmen. In diesem Fall hat er meines wissens halt die 77kWh als 100% SOH der 82kWh-Batterie fest gelegt....

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    irgendwie ist man immer etwas auf das angewiesen, was der BC "voraus" berechnet.

    Was kann der BC tatsächlich relativ genau messen?

    Er kann z.b. die verbrauchten kWh und die gefahrenen Kilometer messen.

    Was kann er nicht direkt bestimmen:

    z.b. SOC, SOH und die Reichweite.


    ich mache es, ohne OBD-Diagnosegerät, so:

    geladen wird zuhause bis 80% SOC.......da ist bereits der Knackpunkt, weil der SOC gar nicht genau bestimmt werden kann...


    Vor dem nächsten Laden auf 80% notiere ich mir:

    den Zählerstand an der WB, die Energie/100km, die für die Strecke ab Ladung benötigt wurde, die gefahrene Strecke ab Ladung.

    Diese Werte sollten, bis auf Messungenauigkeiten recht gut stimmen.

    nach der Ladung auf 80% kann ich dann den Energieaufwand laut WB mit dem Energieverbrauch laut BC vergleichen.


    Wie schon geschrieben:

    Die Ungenauigkeit ist jeweils der SOC. Ich weiß nicht ob der reale Ladezustand bei Anzeige 80% nach dem letzten Laden mit dem tatsächlichen Ladezustand bei Anzeige 80% nach dem aktuellen Laden übereinstimmt.

    Der BC kann das auch nicht wissen.....


    Unterstellt, die 80% vorher entsprechen den 80% nachher, kann ich den Wirkungsgrad bestimmen, der dann

    hauptsächlich den Wirkungsgrad des AC-Laders, den Verlust beim Laden durch weitere aktive Komponenten im Auto und den Batteriewirkunggrad beinhaltet.

    Bei mir komme ich dabei, bei 11kW-AC-Ladung, auf Werte zwischen 88 und 90%.

    Wenn ich mit weniger Leistung lade (mit externem Lader), wir der Wirkungsgrad schlechter, je geringer die Ladeleistung ist.

    Extrem schlecht ist der Wirkunggrad bei der untersten Einstellung meines Laders (1,4kW)

    Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass die weiteren aktiven Komponenten bei längeren Ladezeit mehr Energie benötigen, als bei kurzer Ladezeit.


    Zusätzlich notiere ich mir vor dem laden die vom BC angezeigte Reichweite und ich notiere mir die Reichweite, die nach dem Laden auf 80% angezeigt ist.

    Die Reichweiten-Anzeige nach dem Laden bei 80% verbessert sich ganz häufig nach ein paar Stunden Standzeit (jetzt gerade von 391 auf 408km).


    Interessant finde ich zudem die Gegenüberstellung der prognostizierten Reichweite beim letzen Laden, mit der Summe aus gefahrenen km plus Reichweitenanzeige vor dem nächsten Laden.

    Das geht sebst bei nahezu identischem Fahrverhalten (inkl. ca gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit) meist so aus, dass die prognostizierte Reichweite bei 80% größer ist, als die Summe von gefahrenen km plus Reichweite vor dem nächsten Laden.


    Von daher sind halt alle Werte, die der BC lediglich "hochrechnen" kann, mit Vorsicht zu genießen.

    Letztendlich ist die Durchschnittsgeschwindigkeit ein wichtiger Wert, ohne den Verbrauchsvergleiche grundsätzlich wertlos sind.

    Wenn man Sägezahn mit gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit fährt ist der Energiebedarf etwas höher, weil die höheren Geschwindigkeiten aufgrund des Luftwiderstandes, der ja überproportional ansteigt, zu mehr Verbrauch führen, als man bei geringerer Geschwindigkeit spart.

    Der Wirkungsgradunterschied des E-Motors ist bei unterschiedlicher Drehzahl und unterschiedlicher Last nicht so sehr unterschiedlich, wie es beim Verbrenner der Fall ist.


    Wenn dann, bergrunter, noch (verlustbehaftete) Rekuperation hin zu kommt (oder auch wenn Windeinfluss hinzu kommt), damit die (vorgeschriebene) Geschwindigkeit gehalten werden kann, wird es richtig schwierig, vorher zu sagen, welche Fahrweise bei gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit günstiger sein wird, als eine andere.


    Wenn ich so an die aktuellen Fähigkeiten/Schnelligkeit meines Navis und die Fähigkeiten des pACC denke, glaube ich nicht, dass es in absehbarer Zeit dazu kommen wird, dass die Assistenten so gut werden, diese komplexen Vorgänge zu beherrschen.

    Vielleicht sollte man die Bemühungen realistisch erst einmal dahin wenden, eine deutlich fehlerfreiere, vorausschauende Geschwindigkeitserkennung zu realisieren......das wäre schon mal was.