Weil die Wärmepumpe die Wärme nicht aus der Kompressorleistung sondern entweder aus der Außenluft (Luftbetrieb) oder dem Kühlmittel der HV-Komponenten (Wasserbetrieb) generiert. Wenn da nur wenig zu holen ist (Außentemperatur niedrig, HV-Komponenten und -Batterie noch kalt) muss der Kompressor gedrosselt werden damit die Anlage nicht vereist.
Da ist sicherlich etwas dran, nur erklärt das m.E. nicht, weswegen die WP gerade in der Aufheizphase mit weniger Leistung läuft, denn dann würde eine Vereisung ja erst beginnen.
z.B. 15 Minuten später ist es dann, trotz gleicher Luft-Außentemperatur, anders.
Dann nimmt der Kompressor meines Fz meistens mehr Leistung auf und der PTC-Heizer bringt nur noch wenig bis gar nichts. Eine Vereisung müsste dann, da sich außer der Kompressorleistung nichts geändert hat, noch deutlicher zutage treten.
Wie sollte eine WP im Allgemeinen bei z.b. bei -10°C funktionieren, wenn halt eine größere Leistung notwendig ist?
Bei der Luft-Haus-WP wird zwischendurch mal automatisch abgetaut.
Die läuft aber auch z.Teil, im Gegensatz zur Fz-WP, stundenlang durch.
Ich denke mal, dass die Vereisung kein sehr großes Problem sein kann, denn dann würden viele Haus-WP und auch Fz-WP, selbst bei Außentemperaturen, die knapp über 0 Grad liegen, kaum effektiv funktionieren können.
Zudem enthält kalte Luft auch bei hoher spez. Luftfeuchtigkeit, absolut, erheblich weniger Wasser, als es bei warmer Luft im Maximum der Fall ist.
Die Menge an Feuchtigkeit die pro Zeit kondensieren kann daher nur entsprechend gering sein.
Bei 30°C, wenn man die Luft, die ins Auto strömt, kühlt und sie dadurch kondensiert, kann die Luft bis zu ca 30g/m³ Feuchte enthalten (was man nach dem Abstellen des Fz anhand der Pfütze unter dem Wagen nach vollziehen kann), bei minus 7°C sind dagegen maximal nur noch ca 3g/m³ möglich, die kondensieren können..
Ich habe jetzt übrigens das Schaubild (Diagramm: Vergleich Reichweite des VW ID.3 1st max, mit und ohne WP, gefunden, welches vermutlich dazu beigetragen hat, dass die Meinung herrscht, dass die WP sehr viel bringt...
Einstellen möchte ich es hier nicht.
Das stammt aus einer Präsentation von 2019 und das Ziel ist dort klar und deutlich benannt:
Zitat
Bei kaltem Wetter die Reichweite erhöhen
Kleine Anmerkung von mir:
Das schafft man wohl kaum, wenn die mögliche Leistungsabgabe der WP, gerade bei kaltem Wetter, durch ständiges Vereisen kaum genutzt werden kann.
Eine Aussage der Präsentation, die man auch dem Diagramm entnehmen kann ist:
Zitat
20% Reichweite bei -7°C gespart
laut Diagramm soll die Reichweite bei -7°C mit WP 310km, anstatt ohne WP 250km betragen, also gute 20% mehr
(meine Anmerkung: die WLPT-Reichweite sollte bei dem Fz: 424km betragen)
Auf dem Diagramm ist zudem ersichtlich, dass der größte prozentuale Reichweitenvorteil der WP halt bei -7°C liegt.
Leider (natürlich...) ist bei dem Diagramm nicht gesagt worden, wie der Verbrauch ermittelt wurde. Mit vorher auf -7°C ausgekühltem Fz inkl. auf -7°C ausgekühlter Batterie und kurzer Teststrecke vermutlich nicht.....
Laut Diagramm wird der prozentuale Reichweitenvorteil immer kleiner, je höher die Außentemperatur ist. Bei 20 Grad plus, gibt es keinen Vorteil mehr, da dann mit Heizen Schluss ist.