Fiktives Meeting, bevor der Enyaq auf den Markt kam.
Hohes Tier im Marketing:
Wir müssen unbedingt OTA-Updates anbieten, Tesla macht das auch.
Niedriges Tier in der SW-Entwicklung:
Aber Tesla hat nur ein Steuergerät, das upgedated werden muss. Wir haben 35, von unterschiedlichen Zulieferern mit unterschiedlichen Firmware-Ständen, in den verschiedenen Autos wild kombiniert...
Hohes Tier der Fahrzeugentwicklung:
So weit sind wir noch nicht. Wir halten den Aufwand niedrig und bauen den MEB so, wie wir das seit Jahrzehnten mit den Verbrennern gemacht haben: jedem Teilbereich sein eigenes Steuergerät.
Chef der SW-Entwicklung:
Kein Problem, kriegen wir hin. @Entwickler: macht mal!
Entwickler:
WTF....
Fiktiv, aber ao ähnlich habe ich schon reale Meetings miterlebt. Originalton Vertrieb: wir hätten dem Kunden so tolle Sachen verkaufen können, aber die Technik ist zu doof, das hinzubekommen. Jetzt ist der Kunde abgesprungen, weil die techniker versagt haben. Dass das, was der Vertrieb dem Kunden versprochen hatte, technisch unmöglich zu dem vereinbarten Preis zu realisieren war: unerheblich.
Auch kenne ich Kundenspezifikationen, die in ihrem Anforderungsprofil komplett unvereinbare Eigenschaften verlangen. Der Pulverlack soll hoch elastisch und hoch UV-resistent und hoch Lösemittelbeständig (Anti-Graffiti) sein. Blöd nur, dass Eigenschaft 1 und die Eigenschaften 2 und 3 sich ausschließen. Das, was einen Lack UV-beständig macht (hohe Bindungsenergien in den Polymeren) und was ihn beständig gegen Lösemittel macht (enge, dichte Vernetzung), macht ihn automatisch auch weniger elastisch...