Corona- und Wettet-bedingt (es goss in Strömen) war nur in der Mittagspause eine allgemeine Plauder-Runde. Hier standen die klassischen Fragen nach der Reichweite und dem Laden zuhause und unterwegs im Mittelpunkt des Interesse.
Für den Trainer, einen im beruflichen Ruhestand befindlichen Ingenieur, war interessant, wie sich ein so schweres heckangetriebenes Fahrzeug verhält. Da er anfangs jeden gefragt hat, was dessen Ziel des Tages im Training sei, hat er jeden auch individuell unterstützt mit Tips und Hinweisen. Und so konnte ich mit seiner Unterstützung gut viel im Grenzbereich machen.
Beim Bremsen auf glatter Fläche schiebt halt die Masse des ENYAQ ordentlich geradeaus, und das auch recht weit. Ich bin oft recht abrupt vom Glatten aufs Griffige gekommen, deutlich öfter als die anderen.
Aus meiner Sicht sollte man daher beachten (auch wenn es teilweise schwer fällt):
- Die richtige Sitzposition ist das A&O, um gut mit dem Fahrzeug umgehen zu können. Nur so lässt sich das Fahrzeug sicher lenken und die Bremse VOLL durchtreten und durchgetreten halten.
- Ein beherztes Reagieren bis zum Stillstand gehört ebenfalls dazu. Alle vier älteren Fahrer (einschließlich mir) mussten sich am Anfang wieder daran gewöhnen, auch den Stillstand abzuwarten.
- Ebenso wichtig ist die richtige Blickführung dorthin, wo man hin will — und nicht dorthin, wo man nicht hin will: „Wer auf den Baum blickt, wird ihn treffen, wer zwischen die Bäume schaut, kommt durch.“
- Das rechtzeitige Anpassen des Fahrverhalten an die Gegebenheiten ist auch ein sehr wichtiger Punkt, weil einfach viel Masse in Bewegung ist. Bei Glättegefahr (Schnee und Eis — aber auch Aquaplaning) wird es ab 30 km/h interessant (19“ Bridgestone Sommerreifen).
- Der Luftdruck sollte generell jeweils um 0,3 bar über den Angaben der Hersteller liegen, damit die Räder deutlich besser die Kräfte übertragen können. Da wir Stromer nicht mehr so oft an die Tanke fahren, ist die Überwachung des Luftdrucks eh so eine Sache. Vor 45 Jahren habe ich noch gelernt, ungefähr bei jeden dritten Tanken Luft und Wasser zu kontrollieren (teilweise gab es auch noch Tankwarte). In den letzten Jahren wurde es bei mir nur noch sehr gelegentlich, weil es ja Anzeigen gibt. Und nun komme ich mir als Luft-Schnorrer vor.
Ein Standardspruch des Trainers ist:
„Es ist Euer Tag — nutzt ihn, um Euch selber und Euer Auto kennen zu lernen.“
Tschüss, Michael