Beiträge von Hansi aus dem Hinterland

    zu diversen Äußerungen von vt1816 :


    Augenscheinlich hast du einen sehr vertieften Einblick in Strukturen und Abläufe des VW-Konzerns, wie die hier dargelegten Details nahelegen. Schön, da Einiges erklärt zu bekommen, aber vielleicht wäre es ein Weg, die gewisse Unzufriedenheit etlicher Forumsmitglieder/Kunden, insbesondere mit der Softwarepolitik aufzugreifen und an entsprechenden Stellen zu positionieren, statt den Konzern hier permanent in Schutz zu nehmen?


    Mich als Endkunde interessiert es nicht, dass MEB "in Eile zusammengeschustert" und viele Probleme daraus erwachsen, die anfangs nicht zu erwarten waren/berücksichtigt wurden. Es mag erklärend sein, warum der status quo ist, wie er ist, doch das hilft mir als Enyaqfahrer im Alltag nicht weiter. Wir reden hier nicht von Kfz aus dem Billigsegment, für ein Auto >50K€ Anschaffungspreis darf ich ein gewisses Mass an Ausgewogenheit, Stabilität und Funktionalität erwarten. Leider ist sehr oft bei Software in vielen Bereichen zu bemerken, dass es nicht gelingt, die alten Zöpfe abzuschneiden, eine "vernünftige" neue Software losgelöst vom Bisherigen zu entwickeln, die abwärtskompatibel ist, statt auf Uraltfunktionen immer wieder noch was dazuzufrickeln, bis am Ende keiner mehr durchblickt. Oder ist es "normal", dass Enyaqs für Tage bis Wochen in der Werkstatt bleiben müssen, um ein Update zu korrigieren und zerschossene Steuergeräte neu eingebaut werden müssen? Da wird einerseits konzernintern mit Zehntel-Centbeträgen kalkuliert, doch die Kosten für sowas spielen keine Rolle?


    Du schriebst: "das ganze kostet Geld". Ja da hast du recht....,
    Wenn nur ein Bruchteil der Milliarden, die VW als Strafzahlungen im Dieselgate bezahlen musste, in die Entwicklung der Software gesteckt wurde, wäre schon viel gewonnen. (Wer hat wohl damals die Mogelsoftware entwickelt?) Als Kunde auch sauer aufstossend, wenn Boni der Vorstände nicht gewinnorientiert bemessen werden, sondern trotz miserabler Finanzsituation in voller Höhe ausbezahlt werden, vom angepassten Rest davon könnten Mannjahre für Programmierer finanziert werden. Es wurden Milliarden für Porsche bezahlt, doch leider entwickeln sich die Umsatzzahlen rückläufig. Schicksal? Alte BWL-Weisheit: eine Investition muss sich irgendwann rentieren....., Schulden bringen kein Gewinn!


    Leider hat VW bei der hektischen Umsetzung auf E-Mobilität im Prinzip in der durchgeführten Art und Weise ein Stück weit aufs falsche Pferd gesetzt: E-Mobilität ist weiterhin vor allem ein Wunschkind der Politik, die das recht einseitig als Rettungsweg des Klimas propagiert und mit viel Steuermitteln gefördert hat. Beim "Volk" ist das noch nicht angekommen (wir hier im Forum sind ein Haufen exklusiver Enthusiasten)! Ein Produkt, dass nur mit Subventionen gekauft wird, kann auf Dauer nicht gewinnbringend produziert werden, wie der massive Einbruch der Absatzzahlen nach Wegfall der E-Prämie gezeigt hat und VW ins Trudeln bringt.
    Jahre zuvor hat VW massiv in allen damaligen PKW-Konzernsparten den CNG-Sektor aufgebaut und viel Geld und Zeit in die Entwicklung gesteckt. Der dann doch mit dem Beginn des "E-Wahnsinns" aber sang- und klanglos unterging, wie eine heiße Kartoffel fallengelassen wurde, statt dass VW mit seiner Lobbymacht in der Politik für eine Anrechnung von BioCNG auf die Flottenemissionen agiert hätte. Das hätte Zeit gebracht, den E-Sektor vernünftig und in Ruhe aufzubauen, die jetztigen Unzulänglichkeiten wären vermieden worden.


    Nichts desto trotz habe ich mich bewußt für den Enyaq entschieden, als unser CNG-Zafi nach 16 Jahren wegen zu hoher Reparaturerwartungen im konventionellen Bereich verkauft wurde. Ich hadere gelegentlich mit den bekannten Unzulänglichkeiten des Enyaq (meine Frau eher wegen der Reichweite und Ladedauer, ist halt Temperamentssache) , fahre meinen alten CNG-Passat parallel weiter und bin in Summe auf jeden deutlich umweltfreundlicher unterwegs, als die Mehrzahl der Diesel-/Benzinfahrer.

    Im Grunde gibt es hier im Thread zwei Fraktionen, die einen erwarten, dass die Software ihres Enyaq weiterentwickelt wird und der Enyaq regelmäßige OTA Updates bekommt und den anderen ist das nicht so wichtig, sie sagen ich habe das Auto so gekauft und solange alles funktioniert bin ich damit zufrieden.


    So weit so gut. Das ist ja auch nicht schlimm. Was ich aber partout nicht verstehe, warum wettert die zweitgenannte Gruppe so vehement gegen die Meinung und Erwartungshaltung der erstgenannten Gruppe? Was hat man davon?

    Nur am Rande zum Thema, aber muss mal gesagt werden:


    Leider wird besonders seit Verbreitung der sog. „Sozialen Medien“ eine Tendenz in den Gesellschaften beobachtet, die einen zunehmend raueren Umgangston bewirkt, sowie die Tendenz, nur seine eigene Meinung als gerechtfertigt anzusehen.


    Das beobachte ich auch in diversen Foren, so auch hier. Statt ein Miteinander und Freude am Thema zu haben, Argumente das anderen zu akzeptieren, werden Glaubenskriege ausgekämpft. Es gibt in jedem Forum ein Rudel Hyänen, das sofort angreift, wenn eine Meinung, die nur ein Jota vom Mainstream abweicht, kundgetan wird.

    Schade….


    Es gab doch mal einen Artikel im Grundgesetz…..

    Schön wie immer alle alles besser wissen als die Leute deren Job es ist :)

    Meine Liebe, hier geht es nicht um Besserwisserei, sondern um Organisation und Kundenfreundlichkeit.

    "Die Leute" mögen einen Job so gut machen, wie sie es aufgetragen bekommen. Aber wenn das nicht reicht?

    Ich kenne aus dem Studium genug Leute, die bei Automobilherstellern oder -zulieferern arbeiten. Was die so aus dem Nähkästchen darüber erzählen...

    Schön wäre, wenn die Ampelerkennung mit einem Update ausgeliefert würde. In einem YT (irgendwann hier im Forum verlinkt) wird eine Betaversion in einem "normalem" Passat gezeigt. Der hat sicherlich noch alte Hardware und keinen SW-Stand, der erst im Sommer in die Autos kommt (?).

    Es wäre sehr ärgerlich, wenn die Weiterentwicklung einer SW-Version nach 2 Jahren eingestellt würde, egal, ob 3.x, 5.x oder 6.x.

    Andererseits wundert es mich angesichts der hausgemachten, unnötig übertriebenen Komplexität nicht, wenn das so übel weiterläuft. Es muss eine konzern- und modellübergreifende Software eingespielt werden, die ständig kompatibel weiterentwickelt wird, sei es bei Bugs, sei es für Neuerungen.

    Dazu gehört aber auch die unnötig extrem hohe Zahl an Steuergeräten zu reduzieren und die grundlegenden für alle Modelle zu harmonisieren

    Das ist richtig, das kann ich so machen. Aber mich interessiert die Temperatur einfach ;)

    Sehe ich auch so, ist zum Überleben sicher unwichtig...

    Mit SW 5.4. habe ich die automatische Vorwärmung zu den Ladestopps im Navi eingeschaltet, funktioniert aber leider oft etwas unzuverlässig:

    Nach Navi Ankunft an der Ladesäule in 25 Minuten, nach Lade-App Dauer der Batt.heizung bis zur optimalen Ladefähigkeit 35 Minuten...

    Also schaue ich meist vorsichtshalber zeitig nach und schalte die Heizung ggfs. manuell ein.

    Dazu ist auch die aktuelle Temperatur durchaus hilfreich.


    @Problem der Messdaten, ob direkt vom CAN oder via Internet und Timbuktu zurück zum Auto:

    VW ist so riesig, dass trotz teilweise identischer Plattformen jeder Unterkonzern sein eigenes Süppchen kocht (will/muss) und das mit Systempflege der 1000 Versionen, Updateplanungen und parallel Neuentwicklungen durch eine Tochterfirma in Kombi mit der strengen hierarchischen Struktur sicher kaum zu bewältigen ist.

    VW hat z.B. keine Pläne mit Farbcodierung der Kabelbäume (gesichert beim Passat B7), "sei bei der Vielzahl der Modelle, -varianten und ständig wechselnder Zulieferer nicht machbar".(??!!)

    Die App auf dem Infotainment könnte also auf den CAN zugreifen, selbst wenn das Infotainment nicht an den angebunden ist? Wie macht sie das denn und wie programmiert der Azubi das? Und wenn der das kann, warum können das ausgebildete Programmierer bei Skoda/Cariad nicht? :/

    Dazu muss erstmal ein Auftrag an Cariad erfolgen, das umzusetzen.

    Die Kosten werden grundsätzlich sehr spitz bis in den 0,1ct-Bereich gerechnet. Dann gibt es eine Prioliste, die sofern Mannstunden freigegeben werden, von oben an angegangen wird. Dann ist schon viel gewonnen, wenn es überhaupt soweit gediehen ist..

    ABER:

    Das Team der Abteilung A hat eine gute Idee zur Verbesserung, der Abteilungsleiter A (AL A) ist überzeugt, muss das mit seinem Chef (Bereichsleiter A, BL A) abstimmen. Der hat aktuell ein anderes Projekt am Hacken, kümmert sich erstmal nicht darum. Wochen später fragt AL A nochmal nach. Abteilung A soll erstmal eine Projektplanung en Detail erstellen. Dann muss BL A sich wegen der Kosten mit dem Finanzressort abstimmen, zudem mit dem Ressortleiter für die Vergabe an externe Dienstleister/Tochterfirmen und mit BL B, da auch Teile des Projektes in seinen Bereich fallen und er alleine nicht die Verantwortung dafür übernehmen möchte.

    Da unklar ist, ob die Funktion mit weiteren Steuermodulen von weiteren Zulieferern funktioniert, muss von denen eine Unbedenklichkeitsbestätigung eingeholt werden. Die kann aber erst erstellt werden, wenn ein Prototyp vorliegt, um das zu testen. Den gibt's aber erst, wenn BL A+B und das Finanzressort zugestimmt haben. Damit dreht sich die Sache im Kreis und ist beerdigt, bevor irgendwas in die Gänge gekommen ist.

    Das ist keine erfundene Geschichte, sondern traurige Realität, berichtet von einem befreundeten AL A eines internationalen Automobilzulieferers über seinen täglichen Arbeitsinhalt.

    Würde für mich keinen Sinn ergeben wenn er die Werte vom Fahrzeug erhält.

    Würde der Wert direkt vom BMS geholt, gäbe es keine Probleme, wenn mal keine Internetanbindung besteht.

    So muss das Auto nach CZ senden, der Server muss erreichbar sein, dann retour zum Auto.

    Also 3 Schwachstellen.

    Im Auto könnte die App via CAN direkt zugreifen, das könnte ein Azubi programmieren, man müsste nur wollen...Cariad hin oder her.

    Viel interessanter ist für mich die Frage, warum überhaupt einer auf die Idee kommt, sowas an einen Server zu schicken und dann von dort abzufragen. Die Daten sind doch alle vor Ort vorhanden!

    (Gut, die Datensammelwut der Autohersteller ist ein anderes Thema, das lasse ich mal aus).

    Da in der MySkodaApp keine Batterietemp. abzufragen ist, wäre für eine Anzeige im Auto kein Internet-Daten-Pingpong nötig.

    Genauigkeit, Mittelwertbildung, Abfrageintervall sind technisch interessant, für mich als Fahrer ist es Peng, ob die Batterie 18° oder 19° hat, das beeinflusst die Ladezeit marginal, da ist die Auslastung der Ladestation entscheidender, ob 80 oder 135kW bereit gestellt werden?!

    Mache ich einen Denkfehler?