Beiträge von dajoe

    Will die Diskussion auch nicht zu sehr ausdehnen. Ja, Laderate spielt auch eine Rolle, genau so wie langes halten bei hohem oder niedrigen SoC und hohe Zyklenzahl bei hoher DoD.


    Und zwar nicht so, dass 1x gleich den Akku ruiniert, sondern die gesamte Beanspruchung.


    Deshalb, Akku ruhig nutzen wie nötig aber im Mittel eben möglichst pfleglich und Extreme vermeiden.

    Idealerweise lagert man den Akku um 50% SoC. Je länger und weiter der Akku davon entfernt ist, desto mehr nimmt er Schaden. Durch die Interkalation können Spannungen und Risse und Plating auftreten, was die Alterung beschleunigt. Das ist aber eher ein kontinuierlicher Effekt.


    Soweit ich weiß, weisen LiIon-Zellen dagegen keinen Memory-Effekt auf. Wer rastet der rostet gilt hier daher nicht.

    Ich glaub, andersrum wird ein Schuh draus. Der Wirkungsgrad eines Verbrenners ist (im Vergleich) so schlecht, das eine tatsächliche Mehrbelastung durch Anhänger oder Fahrräder nicht so sehr ins Gewicht fällt, weil sowieso 80% der Energie in Wärme verlustet werden. Die sind immer weg, egal ob mit Hänger oder ohne.

    Beim E-Auto merkt man dann erst, was sich alles auf den Verbrauch auswirkt, weil wir im Vergleich mit nem 10 Liter-Tank fahren und 1,4 Liter verbrauchen (milchmädchengerechnet).

    Nicht so sehr wegen des geringen Wirkungsgrades, denn die Leistung, die vom Verbrennungsmotor bei konstanter Fahrt gefordert wird, wächst genauso mit dem Luftwiderstand, wie beim Elektroauto. D.h. Würden beide Fahrzeuge einfach mit konstanter Geschwindigkeit z.B. auf einem Rundkurs fahren, müsste der Mehrverbrauch prozentual vergleichbar sein. Bei hoher Geschwindigkeit wahrscheinlich proportional, wenn der Rollwiderstand vernachlässigt werden kann.


    Das Problem des Verbrenners ist, dass bei jedem Bremsvorgang die gesamte Bewegungsenergie verloren geht, während ein E-Auto einen Großteil zurückgewinnen kann. Die Verluste an kinetischer Energie sind unabhängig vom Ludwiderstand vorhanden. Deshalb steigt der Verbrauch beim Verbrenner nicht proportional.

    Denkt dran, dass sich der Verbrauch eines E-Autos ausschließlich aus Verlusten zusammensetzt: Reibung (Luft- und Roll-), sowie Wandlungsverluste. Dadurch führt jede Erhöhung der Verluste zu einem hohen Mehrverbrauch.


    Beim Verbrenner ist das etwas anders, da es kaum Rückgewinnung der Bewegungsenergie gibt. Auch ein Hybrid kann nur vergleichsweise wenig rekuperieren, da der Motor schwach und die Batterie klein ist.

    Das sind dann aber sowas wie Äquivalent-Zyklen. Eine Näherung aber eben etwas anderes als ein Vollzyklus. 5x 20% DoD stressen die Batterie weniger aus als 1x 100% DoD. Genauso, wie die tausenden Mikro-Rekuperationszyklen sich wahrscheinlich zu einer sehr großen Äquivalent-Zyklenzahl aufsummieren werden.

    Kann sein, es gab mal ein Video wo sie (glaube war sogar das Fusßballstadion von St.Pauli) secondlife Batterien einsetzen, dort kam es zum Effekt dass das absolut kontrollierte Laden/Entladen den SoH gut tut (OK ist im Auto sicher nie der Fall, dazu ist die Belastung immerwieder anders). Da wäre die Frage ob nicht ein zusätzlicher Supercap der Lastungsspitzen beim Rekuperieren/Beschleunigen auffängt, nicht der Batterielebensdauer noch mehr förderlich wäre. Andereseits sollte die Feststoffbatterie die Lebensdauer weiter erhöhen, wenn diese Mal kommt. Aber wenn man auch so bei den aktuellen Akkus die (konservative Milchmädchen) Rechnung macht: 1000 Vollzyklen wären bei angenommenen -+400km pro Zyklus = 400.000km. Wenn man auf dem Akku etwas achtgibt (also meist bis 80%, mehrheitlich AC ladung, bei meinem kommt noch dazu dass DC auf 50KW limitiert ist), dann sind auch 1500-2000 Zyklen nicht unrealistisch. Das wären dann bei 400km 600.000-800.000km, die Frage ist ob die 70% früher erreicht werden, und wenn ja, wieviel früher? Toyota ist beim bZ4x zumindest sehr optimistisch und gibt 10 Jahre bzw. 1.000.000 km Garantie. Wobei das Kleingedruckte etwas verwirrend ist:

    Voraussetzungen sind die Durchführung der Wartung gemäß Herstellervorgaben und der bestandene EV-Batterie-Check im Rahmen der Wartung.

    wenn der Check nicht bestanden wird, verfällt dann die Garantie? :/

    mfg

    Wenn du zu Hause lädst ist es besser, früh zu laden. Dann hast du zwar absolut mehr Zyklen und weniger km pro Zyklus, aber flache Lade-/Entladezyklen tun der Batterie auch gut. "Steht er, dann lädt er". Daher ist die "Milchmädchenrechnung" zwar schön, um eine Hausnummer zu haben, aber bei pfleglicher Behandlung sollte der Akku nicht der limitierende Faktor sein und noch deutlich länger halten. Jetzt ist der MEB doch schon einige Jahre auf dem Markt. Da müsste es doch mal Statistiken geben, wie die Batterien nach 100, 200, 300 * 103 km aussehen.

    Ist es nicht so, dass gerade die MEB-Akkus früh die erste Degradation zeigen und dann eine Plateau-Phase beginnt?


    Allgemein folgen Bauteile ja oft der "Badewannenkurve": erst Frühausfälle, Kinderkrankheiten die ausheilen oder eben nicht (bei Batterien Verunreinigungen, Plating, ...) dann konstante zufällige Ausfälle und zum Ende der Lebensdauer hin dann die verschleißbedingten spätausfälle.

    Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Wenn mit der Batterie was ist, tritt das typischerweise früh zu Tage. Wenn also die Batterie nach 50.000 km nur einen geringen Kapaztätsverlust aufweist, ist die Chance gut, dass das auch für viele 100.000 km so bleiben wird.

    Auf die Batterie ist die Garantie ja 8Jahre/160000km. Wenn sonst am Fahrzeug nix ist und das Zertifikat ist gut - was spricht gegen ein älteres E-Fahrzeug? Gerade mit höherer Laufleistung gibt es viel weniger Verschleißteile oder komplexere Komponenten, die teure Folgekosten haben.