Leider habe ich bei den Überlegungen zur Anschaffung des Enyaqs, hinsichtlich der Zusage von Skoda, auch bidirektionales Laden zu ermöglichen, mich etwas naiv daran gemacht, eine Wallbox, die das unterstützt, vor der Lieferung des Autos zu installieren. Die DIN ISO dazu ist formuliert, die steuerliche Frage fast gelöst, so dachte ich: gut gemacht..... .
Ich habe aber nicht bedacht, dass der Enyaq keine Möglichkeit hat, den im Auto verbauten AC-DC-Wandler auch umgekehrt zu bedienen, um den Gleichstrom aus dem HV-Akku in Wechselstrom zurück zu wandeln. Nach Aussage eines befreundeten E-Ingenieurs sei ein Wandler "eigentlich" in beiden Richtungen arbeitend, aber... . s. dazu unten mehr*)
Alle bisher angebotenen Wallboxen, die "BiDi" können und einige Zeit auch von der KfW gefördert werden, sind reine AC-Wallboxen, daher für z.B. die E-Autos aus der VW-AG nicht für V2H oder V2G verwendbar.
VW hat ein eigenes PV-Wallbox-Hausakku-System (E10 von HagerEnergies) im Portfolio, welches via deren Wallbox zwischen Hausakku und Autoakku auf DC-Basis verbunden ist und somit der ID-Autoakku auch (mindestens) ins Haus entladen werden kann. BMW soll Ähnliches rein proprietär für deren E-PKW anbieten.
Bei Skoda fragte ich vor vielen Wochen einmal diesbezüglich nach, bekam kürzlich nach sehr langer Bearbeitungszeit die Antwort, dass mein Enyaq prinzipiell BiDi könne, es aber keine von Skoda zugelassene Wallbox gäbe. Diese "sei in Planung", ohne Angabe eines näheren zeitlichen Horizonts.
Nun stellt sich die Frage, warum alle IDs mit der Hageranlage funktionieren, der Enyaq aber nicht? (darf oder kann)
Für E-Autobesitzer mit einer PV-Bestandsanlage rentiert sich ein Umbau zu Hager sicherlich nicht, zumal die Anlage doch im Vergleich zu konventionellen PV-Akku-Anlagen recht teuer ist. Ob sich der satte Preisunterschied nur auf den zusätzlichen DC-AC-Wandler zurückführen lässt??? Ich habe da so meine Bedenken.....
Frei verfügbare Wallboxen, die DC aus dem Auto in AC umwandeln, gibt es kaum. Ich habe InfyPower ausfindig gemacht, ein chinesisches Unternehmen mit Niederlassung in München, die eine solche Wallbox s. Kurzem anbieten und wohl auch schon erste Autohäuser damit ausgestattet haben. Der Preis ist angesichts der noch geringen Stückzahlen recht hoch (ca. 6k€).
Insgesamt scheint mir das Thema zwar seitens der Politik hinsichtlich der Schlagworte Netzstabilität und -unterstützung gehypt zu werden, aber eine in naher Zukunft realistische und vor allem bezahlbare Option scheint es nicht wirklich zu geben, zumal es die Netzbetreiber auch 1,5 Jahre nach Einführung der Möglichkeiten nach §14a EnWG nicht geschafft haben, das hardwareseitig umzusetzen.
*) VW bietet jetzt im Zusammenhang mit der SW 6 die Möglichkeit, über einen 230V-Stecker im Buzz, oder sonst mit einem Adapter, der in die Ladebuchse des Autos gesteckt wird, 230V-AC für Elektrogeräte zu liefern. Da stellt sich mir die Frage, ob das nur für neu gebaute Fz gilt (haben die einen zusätzlichen Wandler), oder auch für Bestandsfahrzeuge nach OTA? Das würde bedeuten, dass entweder im Adapter ein DC-AC-Wandler sitzt (glaube ich kaum, den so klein dimensionieren zu können), oder der autoeigene Wandler doch aus "andersrum" kann !?
Hat ein "Insider" dazu mehr Infos?
Mich interessiert ein Meinungsbild zu dem Thema, ob BiDi überhaupt für eine Mehrheit interessant wäre.
Was wäret ihr bereit, für diese Möglichkeit im Vergleich zu einer konventionellen Anlage mehr zu bezahlen?
Oder was steht im Vordergrund: Ökonomie oder Umwelt und/oder auch z.B. die Möglichkeit für eine Notstromversorgung
Weitere Anwendungswünsche/-beispiele?