Beiträge von Jupp65

    Dass Leute sich an gar keinen Wartungsplan halten kann aber nicht das Thema sein, wenn man drüber diskutiert, ob man die Bremsflüssigkeit aus technischen Gründen alle 2 Jahre wechseln soll/muss oder ob das Intervall zumindest bei Neuwagen länger sein kann.


    Da draußen fahren Millionen von Fahrzeugen rum, die seitdem sie aus der Garantie sind keine Inspektion mehr erlebt haben. Da braucht man die Teslafahrer gar nicht erst bemühen.


    Und um eine kürzlich gestellte und bisher nicht beantwortete Frage zu behandeln, nein, der TÜV prüft keine Bremsflüssigkeit. Der macht nen Prüfstandtest der Bremskräfte und deren Verteilung und eine Sichtkontrolle der Bremsanlage und zugehörigen Leitungen.

    Moment mal, es gibt doch die Funktion der Überwachung von Querverkehr bevor man als Fahrer diesen sehen kann. Das Fahrzeug bremst notfalls. Dafür braucht es doch eine Kamera möglichst weit vorn am Fahrzeug.

    Oder gibt es diese Funktion nur hinten?

    Wir sind vor fast 50 Jahren mit einem Peugeot 204 den Großklockner rauf und wieder runter. Das Problem für die meisten Fahrzeuge damals war das Hochfahren, nicht das Runterkommen. Im oberen Drittel standen zahlreiche Fahrzeuge mit kochendem Kühler am Straßenrand.

    Beim Runterfahren hat mein Vater möglichst die Motorbremse eingesetzt und nur die Fußbremse betätigt, wo es nicht anders ging. Die Räder waren hinterher heiß, die Bremse hat aber klaglos durchgehalten.

    Zu dem Zeitpunkt hatte der Peugeot gut 110.000 km auf dem Tacho und die Bremsflüssigkeit war mit Sicherheit mindestens 2 Jahre alt.

    Gut, der 204 war beträchtlich leichter, dafür aber auch die Bremsanlage entsprechend kleiner dimensioniert. Räder waren 13", da passt nicht so viel rein. Innenbelüftete Bremsscheiben gab es damals für normale Fahrzeuge noch gar nicht.


    Mit dem Argument sicher ist sicher lässt sich jede Diskussion erschlagen. Dabei ist jedes Standardintervall stets ein Kompromiss. Den Andere geschlossen haben und dabei worst-case im Blick haben. Persönlich mag man berechtigte Gründe haben, davon abzuweichen.


    Wenn einer im Jahr wirklich 50-60 Tausend Kilometer fährt, muss er die Wartungsintervalle natürlich entsprechend anpassen. Dann sind jedes Jahr bei den meisten Herstellern wenigstens 2 Inspektionen fällig, bei meinem derzeitigen Fahrzeug nach Wartungsplan sogar 3 bis 4 (alle 15.000km).

    Und da ist es sicher angebracht, die Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre zu wechseln.

    Die durchschnittliche Fahrleistung liegt aber eher bei 15.000 km/a, und da ist es sicher nicht verantwortungslos, den ersten Wechsel erst nach 4 Jahren zu machen und nicht bereits nach 2.

    Der Vielfahrer mit 60 Tausend km/a hat die Fahrleistung eines Normalfahrers von 4 Jahren in einem Jahr. Wenn dann nach 2 Jahren der Tester bei der Flüssigkeit am Rad schon rot zeigt, sollte der Vielfahrer darüber nachdenken, das Wechselintervall auf jährlich zu verkürzen. Für ihn passt das Standardintervall 2 Jahre so wenig wie für den Normalfahrer eines Neuwagens in den ersten 4 Jahren.


    Ich kann Alle verstehen, die sagen, ihnen kommt es auf die 50 Euro alle 2 Jahre nicht an und sie lassen es machen, wie es eben vorgesehen ist.

    Aber in dieser Diskussion überhaupt kein Verständnis für die aufzubringen, die anderer Meinung sind, ist schon ein bisschen engstirnig.

    Wenn man eine schnelle Alterung der Bremsschläuche nicht ausschließen kann und bei gealterten Bremsschläuchen schon 2 Jahre Wechselintervall zu lang sein können, warum wechselt man dann nicht jedes Jahr die Bremsflüssigkeit? Sicherheit geht doch vor und auf die 50 Euro pro Jahr kommt es doch wirklich nicht an.


    Antwort: weil die 2 Jahre Wechselintervall sowieso ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Ökonomie sind. Dieser Kompromiss gilt dann ein ganzes Autoleben lang, überalterte Bremsschläuche sollten vom TÜV oder bei einer Inspektion auffallen und gewechselt werden, so dass der Kompromiss auch für sehr alte Fahrzeuge beibehalten werden kann.


    Wenn wir uns darauf einigen können, dass es so ist, dann sehe ich kein Problem damit, das erste Intervall zu verdoppeln, da die Bremsschläuche krachneu sind und für eine beschleunigte Alterung schon besondere Umstände vorliegen müssen.

    Wer viel Passtraßen fährt, kann ja auch beim ersten Intervall bei 2 Jahren bleiben.

    Und für wen Sicherheit immer vorgeht, der mag generell bei 2 Jahren bleiben, sollte aber über meinen ersten Satz nachdenken.

    Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Es gibt gute Argumente für Beides. Eine vorher bestenfalls betriebswarme Bremse mit einer Notbremsung so heiß zu kriegen, dass die 4 Jahre alte Bremsflüssigkeit versagt, sehe ich als beinahe unmöglich an. Dann wären lange Bergabfahrten bei schweren Fahrzeugen ohne Rekuperationsmöglichkeiten schlicht nicht möglich, auch nicht bei jährlichem Wechsel der Bremsflüssigkeit.


    Ich hatte in Werkstätten schon Beides. In der einen sagte ich, wechselt alle zwei Jahre die Bremsflüssigkeit. Nach zwei Jahren wurde sie nicht gewechselt, mit der Aussage, die wurde geprüft und sie war noch gut.

    Und in der nächsten Werkstatt der gleichen Marke, nur an anderem Ort, wurde alle zwei Jahre gewechselt ohne Prüfung. Weil es so im Wartungsplan steht.


    Denke mal, dass manche Werkstatt auch wegen dem Wegfall des Goldesels Motorölwechsel andere Einnahmen generieren will. Mindestens 100% Aufschlag auf den EK der Flüssigkeiten und ein angenehmer AW für das Wechseln sind sicher nicht schlecht. Das Auffüllen von z.B. Wischwasser hat man bei Toyota sehr teuer bezahlt. Das passierte einem nur einmal.


    Und wirklich, wer in den Bergen wohnt oder dort häufiger hinfährt, sieht die Sache mit Recht anders als jemand aus dem Flachland, der auch dort bleibt.


    Letztlich muss jeder selber entscheiden, was er macht.


    Und was die Diffussion durch die Schläuche angeht, ist die gewiss bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung größer als bei Fahrzeugen, die gerade mal 2 Jahre alt sind. Man könnte als persönlicher Kompromiss also hingehen und sagen, ich lass das erst nach 4 Jahren erstmalig machen und dann alle 2 Jahre.

    Wenn tatsächlich ein paar Wochen nur 50er gebaut worden wären, wären die Bänder aber trotzdem weiter gelaufen. Und die Oktavia haben damit gar nix zu tun.

    Aber so ist das halt mit Hörensagen: da kann was dran sein, muss aber nicht. Und ggf. lautet die Ursprungsnachricht völlig anders.


    Der eine oder andere Eny könnte auch bei stehenden Bändern fertig produziert worden sein, wenn er im Banking stand und auf ein bestimmtes Teil gewartet hat. Einzelne in der Zeit produzierte Fahrzeuge sind also kein Beweis für ein laufendes Band.


    Skoda bleibt sich also treu: nix Genaues weiß man nicht.


    Und in der Tat, Hauptsache die Auslieferung geht erst mal weiter. Die Transportunternhmen müssen auch ihre Puffer mal leeren können.

    Nachdem ich hier ein wenig die zurückliegenden ca. 10 Seiten gelesen habe, werde ich mir einen Stapel Luftfilter zulegen. Da kann man ja heftig sparen gegenüber dem, was die Werkstätten aufrufen. Werde nachher mal schauen, was Toyota so aufgerufen hatte, sollte teurer sein, da man da immer das Handschuhfach aufclipsen musste. ;)

    Bei meinem Passat war Bremsflüssigkeitswechsel alle zwei Jahre im Service dabei, das messen im Ausgleichsbehälter ist ziemlich sinnfrei, Wasser diffundiert auch durch die Bremsschläuche und genau da wird es bei zu viel davon gefährlich. Das der Preis der dafür aufgerufen wird unverschämt ist, ist was anderes.

    Das heißt, die Hersteller von Messgeräten zum Prüfen der Bremsflüssigkeit verkaufen Schlangenöl? Und das Wasser diffundiert stärker durch die Bremsschläuche als es durch den offenen Pegel im Flüssigkeitsbehälter in die Bremsflüssigkeit eindringt? Interessant. :/


    Edit hat mal kurz gegoogelt, und nach Lesen dieses Textes meint sie, das Wechseln nach 2 Jahren ohne vorher zu messen geht voll in Ordnung. ADAC meint, der Wechsel kostet beim Eny im Schnitt 57 Euro.


    AMS Werkstattpraxis

    Da soll stumpf alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit gewechselt werden?

    Ich kenne das so, dass bei der Inspektion der Wassergehalt bzw. Sidepunkt geprüft wird und nur gewechselt, wenn es nötig ist.

    Das ist auch schon der einzige Punkt im ganzen Inspektionsplan, den ich nicht selber durchführen mag, auch wenn ich weiß, wie es geht. Das macht aber jede freie Werkstatt für kleines Geld.

    Gut, die Scheinwerfer prüfen und ggf. einstellen kann ich auch nicht ohne Gerät oder Malerei an der Wand, aber einmal prüft die Einstellung jedesmal der TÜV, und im Oktober sind oft Lichtwochen, in denen das viele Werkstätten umsonst machen.

    Ich habe es auch noch nie erlebt, dass sich ein einmal richtig eingestellter Scheinwerfer ohne Leuchtmittelwechsel oder Feindeinwirkung von selber verstellt hat. Mein Toyotahändler macht den Lichttest bei der Direktannahme in meinem Beisein in 2 Minuten.


    Mehr als 250 Euro für so eine Inspektion ist Geldschneiderei. Viele dieser Sichtprüfungen etwa der Bremsen und Radaufhängung mach ich 2 mal im Jahr beim Räderwechsel von Sommer auf Winter und zurück.


    Da bin ich in 2 Jahren mal gespannt, was die Werkstatt meines Freundlichen so aufruft in Euskirchen.