Hmm, kann mir jemand erklären, warum das Dienstwagenprivileg so hoch bewertet wird? Bzw. warum dessen Abschaffung auch als Maßnahme zur Verringerung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor angeführt wird? Es führt doch eigentlich nur dazu, dass die Anschaffung und der Besitz eines Autos bei denjenigen (die das Privileg genießen dürfen) günstiger wird. Aber führt es auch zwangsläufig dazu, dass diese Leute dann auch gedankenlos damit umgehen (sprich viel fahren, nicht auf den Verbrauch achten)? Mir fehlt da gerade so ein wenig der kausale Zusammenhang in dem Argument. 🤔
Hier die Begründung aus der Studie:
„Die Dienstwagenbesteuerung wirkt als klimaschädliche Subvention, da der geldwerte Vorteil oft höher ist als die angesetzte Pauschalregelung. Schätzungen ergeben, dass in der Regel weniger als 40 % des tatsächlichen Vorteils versteuert werden, das heißt, der geldwerte Vorteil eigentlich etwa zweieinhalbfach höher ist als versteuert (Harding 2014, Agora Verkehrswende 2021 & 2022). Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor handelt es sich um eine klimaschädliche Subvention, da aufgrund der faktischen Begünstigung (Nutzungskosten etwa 60 % unter marktüblichen Nutzungskosten) mehr Fahrten mit Verbrenner-Pkw durchgeführt werden. Ferner werden häufig mehr sowie insbesondere größere und verbrauchsstärkere Fahrzeuge angeschafft, als es bei rein privater Finanzierung der Fall wäre, da keine Betriebskosten zu zahlen sind. Dadurch werden mehr Emissionen verursacht, als dies bei marktüblichen Nutzungskosten der Fall wäre. Aus Nutzungssicht besteht insbesondere durch die vollständige Übernahme der Kraftstoffkosten bei privaten Fahrten ein starker Anreiz, diese mit dem Dienstwagen anstatt mit anderen Verkehrsmitteln durchzuführen.“