Nun ja, es ist müßig über den Unterschied von Reichweite und Verbrauch zu diskutieren. Das eine errechnet sich per Dreisatz aus dem anderen.
Falsch ist es aber den WLPT Wert (egal ob als Reichweite oder Verbrauch) herzunehmen und ihn mit dem realen Verbrauch auf der Straße unter zig unterschiedlichen Randbedingungen vergleichen zu wollen.
1. kannst du ja mal per Dreisatz aus dem angegebenen kombinierten WLTP-Verbrauch irgend eines Enyaq die Reichweite errechnen und diese dann mit der angegebenen WLTP-Reichweite des selben Fz vergleichen.....
2. ob ich einen bestimmten Verbrauch erreiche, hängt größtenteils von den äußeren Umständen beim Fahren ab. Fahre ich schnell oder langsam, o.ä.
Das ist beim Verbrenner nahezu identisch.
Wenn man als Hersteller für das E-Auto Reichweiten angibt, haben die erstes mit den WLTP-Verbräuchen nur indirekt zu tun, weil sich die Verbräuche auf die Energie bezieht, die dem Auto zugeführt wird, während die Reichweite sich auf die Energie bezieht, die der Batterie entnommen werden kann, s.o.
Die Energie, die man theoretisch entnehmen kann, ist praktisch aber nicht entnehmbar.
Man kann zwar bei E-Autos theoretisch bis 0% SOC fahren, nur ist der letzte Teil der Fahrt dann schon mit Einschränkungen verbunden und wird allein deswegen in der Praxis eher nicht genutzt.
Zusätzlich ist den meisten E-Autofahrern bekannt, dass eine so tiefe Entladung auf die Batterielebensdauer geht, was zusätzlich davon abhalten dürfte, bis nahezu 0% SOC zu fahren.
Fazit:
Von weniger als 5% SOC sollte man für praktische Reichweitenangeben niemals ausgehen. Das ist von vornherein Augenwischerrei.
Auf der anderen Seite dauert es für 100%-Ladung überproportional lange, weswegen man 100% zumindest beim Schnellladen eher selten macht.
Zusätzlich kommt auch in diesem Bereich hinzu, dass es mittlerweile bekannt ist, dass die Batterielebensdauer unter Vollladungen überproportional leidet.
Von daher sind 100% in der E-Autopraxis vermutlich kein Ladezustand von dem man standardmässig ausgehen sollte.
Rund 80% wäre m.E. das Maß der Dinge.
Beim Verbrenner sind 100% dagegen durchaus praktischer Standard.
Von daher wirkt sich die "fantastische" Reichweitenangabe des E-Autoherstellers m.E. besonders ernüchternd mit Blick auf die Fahrpraxis aus und deswegen sollte man bei der Reichweitenangabe ebenfalls zu realistischeren Randbedingungen kommen, was natürlich zusätzlich den Einfluss bei Kälte betreffen sollte.