Ich bin da ja ganz bei Euch! Zumal man immer auch das eigene Fahrprofil auf die Elektrotauglichkeit überprüfen sollte.
Allerdings kann ich seinen Unmut über Marketing-Reichweiten verstehen. Wenn man davon ausgehend, die Anschaffung geplant hat, holt einen die Realität schnell ein.
Ich wollte den Artikel auch eher wegen der vielen Meldungen die E-Mobilität betreffend, hier einen, mit Enyaq-Bezug zur Kenntnis geben 😎
Na ja, wir hatte es hier im Forum an anderer Stelle ja schon:
Das eine ist der kombinierte Verbrauch gem. WLTP, der für den Enyaq so ca mit 16,5kWh angegeben ist.
Mit dem Verbrauch käme man aufgrund der 77kWh-netto-Batterie des Enyaq iV80 auf ganze 467km Reichweite und eben nicht auf mehr als 530km.
Wenn man die 536km kombinierte WLTP-Reichweite, die hier genannt wurde, als Maßstab ansetzt, müsste man auf einen Verbrauch von knapp 14,4kWh/100km kommen.
(Das ist bestenfalls der Verbrauch des Motors, aber eben nicht der Verbrauch des Fz...)
Von daher ist diese Reichweitenangabe noch mal eine Stufe unrealistischer, als der angegebene kombinierte WLTP-Verbrauch, denn auf 14,4kWh/100km oder weniger, kommt im Durchschnitt der iV80-Besitzer wohl eher niemand.
Diese feinen, aber durchaus relevanten Unterschiede gibt es bei einer Berechnung der WLTP-Reichweite (wenn es die dort denn überhaupt vom Hersteller gibt) bei Verbrennern nicht und von daher ist die Enttäuschung bei Sichtung der realen Reichweitenwerte bei Verbrennern nicht ganz so groß, wie bei E-Autos.
Dazu kommt bei E-Autos, dass die Fahrweise nicht bis Entladungsende der Batterie gleich bleibt und man die Batterie (empfohlen durch die BA) möglichst nur bis 80% aufladen sollte.
Deswegen werden die letzen % Ladung bei E-Autos möglichst nicht ausgenutzt. Ein Verbrenner hat dagegen bis zum letzten Tropfen, keine Fahrteinschränkungen und für Verbrenner ist es auch überhaupt kein Problem, bis 100% auf zu tanken. Weder ein zeitliches Problem, noch ein Problem wegen der Lebensdauer einer wichtigen Komponente.
Deswegen kann man bei E-Auto getrost nur rund 70% der Batteriekapazität für eine realistische, durchschnittliche Reichweitenberechnung ansetzen. Beim Verbrenner sind dagegen 90% Ausnutzen des Tankinhaltes in der normalen Praxis realistisch.
Von daher ist es durchaus verständlich, dass man bei einer werkseitigen Reichweitenangabe von 536km übermässig enttäuscht ist (im Sommer...vom Winter reden wir lieber nicht), weil realistisch in der Praxis nur mit 70% "Tankinhalt" gerechnet werden kann und man zumindest den kombinerten WLTP-Verbrauchswert (also 16,5kWh/100km) ansetzen sollte.
Dann kämen (im Sommer...) halt nur knapp 330km dabei heraus.
Die ganze Geschichte ist prinzipiell nur keine Besonderheit des Enyaq, sondern es betrifft jedes E-Auto, bei dem sich der Hersteller zur besonders unrealistischen Reichweitenangabe hinreißen lässt.
Traurig aber wahr:
Gerade beim E-Auto, sollte man sich vorher nicht nur durch die Werbung informieren.